Energiepreise explodieren
Deutsche Bank: Diese Krisengewinner-Aktie ist jetzt ein Kauf!
Die Anteile des spanischen Energieversorgers Iberdrola korrigierten zuletzt deutlich. Jetzt sieht die Deutsche Bank die Gelegenheit zum Einstieg gekommen!
- Deutsche Bank stuft Iberdrola auf Kaufen hoch
- Hohe Energiepreise stärken Iberdrolas Geschäft
- Kursziel steigt auf 22 Euro, trotz hoher Bewertung
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Energiepreise eskalieren, Versorger profitieren
Im Iran-Krieg und damit verbunden auch in der globalen Energiekrise ist weiterhin keine Entspannung in Sicht, nachdem US-Präsident Donald Trump einen Verhandlungsvorstoß der Islamischen Republik abgelehnt hat. Dementsprechend befindet sich der Spotmarkt-Preis für ein Barrel Brent weiterhin im dreistelligen Bereich und damit um rund 70 Prozent über dem Niveau zum Jahresauftakt.
Angesichts leerer Lagerbestände in Europa, neben Öl ist vor dem herannahenden Winter auch Erdgas knapp, steigen die Treibstoff- ebenso wie Strompreise. Die naheliegenden Profiteure dieser Krise sind Energieversorger – mit einem Plus von fast 30 Prozent ist RWE eine der in diesem Jahr bislang erfolgreichsten Aktien im deutschen Leitindex DAX.
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Anbieter erneuerbarer Energien gefragt
Noch höhere Kursgewinne haben sich mit südeuropäischen Energiekonzernen erzielen lassen. Die profitieren davon, ihre Energieerzeugungskapazitäten in den vergangenen Jahren massiv in Richtung erneuerbarer Energien diversifiziert zu haben. Hierfür bieten Mittelmeeranrainer, wie Spanien und Italien, beste Standortbedingungen und dementsprechend niedrige Gestehungskosten, die zudem vom Import fossiler Brennstoffe unabhängig sind.
Mit Iberdrola hat jetzt James Brand, Analyst bei der Deutschen Bank, einen dieser Krisengewinner zum Kauf empfohlen. Das spanische Energieversorger verfügt im Bereich erneuerbarer Energien über ein Kraftwerksportfolio mit einer Gesamtleistung von knapp 57 Gigawatt. Bis 2028 sollen weitere 21 Milliarden Euro in neue Kapazitäten investiert werden. Damit ist der Konzern einer der weltweit größten Anbieter von ebenso günstigem wie emissionsarmen Strom.
Deutsche Bank stuft Iberdrola auf "Kaufen" hoch
Brand, der laut dem Vergleichsportal für Wall-Street-Analystinnen und -Analysten TipRanks als außergewöhnlich zuverlässiger Experte gilt, hatte die Aktie noch im Juli mit "Halten" und einem Kursziel von 18,50 Euro bewertet. Jetzt hat er seine Einschätzung revidiert.
In der am Dienstagmorgen veröffentlichten Studie rät er zum Kauf der Anteile, da die Spanier von höheren Energiepreisen profitieren würden und sich das Wachstumsprofil kurzfristig verbessert habe. Er erwartet bis einschließlich 2028 ein zweistelliges Gewinnwachstum – und außerdem damit, dass Iberdrola seinen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr mit dem nächsten Ergebnisbericht anheben dürfte. Weiteren Rückenwind erwartet er vom neuen Strategieplan, der im März 2027 vorgestellt werden und den gegenwärtig bis 2028 laufenden ablösen soll.
Seiner Einschätzung nach könnte das Unternehmen seine Gewinnerwartungen um bis zu 10 Prozent über den aktuellen Konsens anheben. Dementsprechend hat er auch seine eigene Ertragsprognose revidiert und seine Fair-Value-Schätzung von 18,50 auf 22,00 Euro angehoben. Damit könnte Iberdrola vor Kursgewinnen von weiteren 7,5 Prozent stehen.
Aktie legt gegen den Trend zu, handelt jetzt mit Kaufsignal
Die frische Kaufempfehlung verfehlte ihre Wirkung am Dienstag nicht. Während die deutschen Energieversorger RWE und E.ON mit Verlusten handelten, legten die Iberdrola-Anteile rund 1 Prozent zu. Andere südeuropäische Energieversorger wollten sich jedoch nicht anstecken lassen. Der spanische Mitbewerber Endesa handelte mit einem Minus von einem Prozent. Enel, das sich in den vergangenen Jahren ebenfalls zu einem großen Anbieter erneuerbarer Energien entwickelt hat, bewegte sich am Handelsplatz in Rom kaum.
Von der Kaufempfehlung der Deutschen Bank könnte Iberdrola auch über den Dienstag hinaus profitieren, denn die Aktie baut ihre Position oberhalb der erst am Freitag zurückeroberten 50-Tage-Linie aus, womit sie ihr Kaufsignal bestätigt und die vor rund zwei Wochen eingeleitete Erholung in den kommenden Wochen und Monaten fortsetzen könnte.

wallstreetONLINE RedaktionProfiteur der Energiekrise
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Fazit: Überdurchschnittlich hoch bewertet, aber aussichtsreich
Nach dem Upgrade durch die Deutsche Bank ist Iberdrola jetzt bei insgesamt 23 Einschätzungen 4 Mal zum "Kaufen" und weitere 2 Mal zum "Übergewichten" empfohlen. Mit 16 neutralen Bewertungen wird jedoch mit überwältigender Mehrheit das "Halten" der Anteile empfohlen, da das durchschnittlich genannte Kursziel von 20,54 Euro bereits erreicht ist.
Die Zurückhaltung der Analystinnen und Analysten erklärt sich mit der Unternehmensbewertung. Für 2026 ist Iberdrola mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20,0 bewertet, für 2027 stehen 19,2 zu Buche. Das liegt wie das EV/EBITDA-Verhältnis deutlich über dem europäischen Branchendurchschnitt. Da gleichzeitig das Gewinnwachstum für absehbar lange Zeit überdurchschnittlich sein dürfte, ist der Bewertungsaufschlag durchaus gerechtfertigt, was Deutsche-Bank-Analyst Brand in seiner Studie auch so bekräftigt hat. Anlegerinnen und Anleger auf der Suche nach moderaten Ertragschancen mit niedrigem Risiko und einem gleichzeitigen Beitrag zur europäischen Energieunabhängigkeit werden bei Iberdrola jetzt fündig.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

