Renditen über 5 Prozent
Welche Aktien jetzt noch mithalten können
Die Konjunktur zieht an. Der Ifo-Index steigt auf ein Dreijahreshoch. Trotzdem tritt der DAX auf der Stelle, während die Wall Street davonzieht.
- Ifo-Index steigt, doch der DAX bleibt unter Druck
- Konjunktur stärkt Gewinne, Zinsen bremsen die Börsen
- Techwerte trotzen dem Zinsdruck, Europas Börsen schwächeln
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Die Börsen driften auseinander. Nasdaq 100 und S&P 500 legten zuletzt spürbar zu. Der Euro Stoxx 50 kam kaum vom Fleck. Der DAX geriet unter Druck. Thomas Kulp, Analyst der DZ Bank, sieht dahinter ein Tauziehen zwischen einer starken Konjunktur und steigenden Zinsen. Am Montag schloss der DAX 0,1 Prozent tiefer bei 25.374 Punkten.
Die Konjunktur liefert Rückenwind
Die Einkaufsmanagerindizes von S&P Global übertrafen im September in den Vereinigten Staaten, der Eurozone und Deutschland die Erwartungen. Das Ifo-Geschäftsklima kletterte auf 89,9 Punkte, den höchsten Stand seit Mai 2023. Laut Kulp sinkt damit das Risiko eines deutlichen Abschwungs. Eine robuste Nachfrage verbessere die Gewinnaussichten, vor allem bei Unternehmen mit hoher Preissetzungsmacht. Am stärksten profitierten die großen Technologiekonzerne. Ihr Geschäft mit Rechenzentren, Software und künstlicher Intelligenz wachse weitgehend unabhängig von der Konjunktur.
Zinsen als Bremsklotz
Paradoxerweise bremst die gute Konjunktur zugleich. Die Nordseesorte Brent verharrt über 105 US-Dollar je Barrel. Das nährt die Sorge vor hartnäckiger Inflation. Statt Zinssenkungen spekulieren die Märkte bereits über weitere Erhöhungen. Die Rendite zehnjähriger amerikanischer Staatsanleihen stieg über 5,20 Prozent, die der Bundesanleihen über 3,60 Prozent.
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Für Aktien entsteht ein Spannungsfeld: Höhere Gewinne stützen die Kurse, höhere Zinsen drücken den heutigen Wert künftiger Gewinne. Zudem werden Anleihen im Vergleich attraktiver.
Technologie gleicht aus, Europa leidet
Versorger und Immobilienwerte gerieten deshalb unter Druck. Kapitalintensive Unternehmen leiden unter teureren Krediten. DAX und Euro Stoxx 50 enthalten viele Industrie- und Konsumwerte und reagieren stärker auf Zinsen und Energiepreise. Technologieaktien gelten zwar ebenfalls als zinsempfindlich. Ihre Gewinnaussichten gleichen den Gegenwind derzeit aber mehr als aus, erklärt Kulp.
Fazit
Entscheidend bleibt, ob die Gewinne mit den Renditen Schritt halten. Sinkende Ölpreise, fallende Renditen oder Wachstum ohne Inflationsdruck würden die Börsen stützen. Neue Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran würden den Druck dagegen erhöhen. Erst am Montag lehnte Trump einen iranischen Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus ab. Nach Kulps Analyse sind gewinnstarke Technologiewerte derzeit besser gerüstet als zinsempfindliche Branchen.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

