Brent über 105 US-Dollar
Iran droht mit Aus für alle Öl-Exporte der Region
Während Katar weiter vermittelt, verschärft Teheran den Ton massiv. Die Drohung trifft einen Ölmarkt, der ohnehin schon den zweiten Tag in Folge steigt.
- Teheran droht mit einem Stopp aller Ölexporte
- Katar vermittelt, Washingtons Antwort wird erwartet
- Ölpreise steigen, Ausfälle bleiben ein hohes Risiko
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Iran verschärft mitten in den laufenden Vermittlungsgesprächen mit den USA den Ton massiv. Sollte Teheran weiter am Verkauf seines eigenen Öls gehindert werden, könne kein Land in der Region mehr Öl exportieren, erklärte Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf am Dienstag laut staatlichen Medien. Zudem sei keine regionale Infrastruktur sicher, wenn Iran selbst nicht sicher sei. Die Drohung trifft einen Ölmarkt, der ohnehin nervös bleibt: Brent steigt den zweiten Tag in Folge und notiert bei rund 105 US-Dollar je Barrel, WTI bei knapp 93 US-Dollar.
Gleichzeitig gehen die Gespräche über die Straße von Hormus weiter. Irans Außenminister Abbas Araghchi erklärte laut seinem Ministerium in New York, Katar versuche weiter zu vermitteln. "Es ist vorgesehen, dass sie (Katar) dieses Thema erneut der amerikanischen Seite vorbringen und anschließend die endgültige Antwort der amerikanischen Seite über den katarischen Vermittler an uns übermittelt wird." Eine offizielle Antwort Washingtons wird noch am Dienstag erwartet.
Donald Trump weist unterdessen Berichte zurück, wonach die USA Iran eine Lockerung der Sanktionen und Zugriff auf eingefrorene Vermögenswerte angeboten hätten. "Das ist unwahr. Ich habe ihnen NICHTS angeboten", schrieb der US-Präsident am Montagabend auf Truth Social und bezeichnete den Bericht als "einen SCHWINDEL". Trump hatte Irans jüngsten Vorschlag zur Wiederöffnung der Straße von Hormus bereits am Wochenende als "inakzeptabel" zurückgewiesen.
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Teherans Vorschlag sieht nach Medienberichten vor, dass Washington eingefrorene iranische Gelder freigibt, Sanktionen gegen iranisches Öl lockert und die Seeblockade beendet. Im Gegenzug sollen Atomgespräche beginnen. Washington verlangt dagegen weiter nukleare Zugeständnisse. Die Fronten liegen damit weit auseinander, obwohl beide Seiten über Vermittler weiter miteinander sprechen.
Für den Ölmarkt entsteht daraus ein widersprüchliches Bild. Einerseits haben sich die Rohölexporte aus dem Nahen Osten laut Kpler im September auf 12,8 Millionen Barrel pro Tag erholt – den höchsten Stand seit Kriegsbeginn im Februar. Andererseits liegt der Durchfluss durch die Straße von Hormus weiter deutlich unter dem Vorkriegsniveau. Solange die Verhandlungen keine Lösung bringen und Teheran zugleich mit Angriffen auf die regionale Energieinfrastruktur droht, bleibt das Risiko neuer Lieferausfälle hoch.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

