Schnäppchen oder Falle?
Super billig, aber gefährlich: Welche Aktien der KI zum Opfer fallen
Software-, Medien- und Dienstleistungsaktien sind so billig wie selten. JPMorgan rät trotzdem zur Vorsicht. Auf der Warnliste stehen auch SAP und Adobe. Ein Wert klettert um fast 80 Prozent.
- JPMorgan warnt vor KI-gefährdeten Aktien
- Billige Bewertungen reichen nicht für eine Wende
- Cloudflare steigt um fast 80 Prozent
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Wer auf ein Comeback der Verlierer des Booms um künstliche Intelligenz (KI) setzt, braucht Geduld. Aktien, die als anfällig für die neue Technologie gelten, dürften nach dem kräftigen Ausverkauf unter Druck bleiben. Das erwartet die US-Großbank JPMorgan, wie das Finanzportal Seeking Alpha berichtet. Vorsichtig bleiben die Strategen vor allem bei Software, Unternehmensdienstleistern und Medien. Dort könnte KI bestehende Umsatzmodelle aushöhlen oder den Wettbewerb verschärfen.
Die Bank sieht eine Spannung zwischen Kurs und Fundamentaldaten. Schon im März hatten die Strategen argumentiert, die Papiere könnten sich nach dem Absturz erholen. Seitdem fielen die Bewertungen auf ein laut JPMorgan "nahezu rekordtiefes" Niveau. Das reiche für zeitweise Erholungen. Starke Argumente für eine dauerhafte Überrendite sieht die Bank aber nicht. Die größte Sorge bleibt die Profitabilität. Anlegerinnen und Anleger dürften weiter zweifeln, ob die Gewinne der betroffenen Firmen Bestand haben.
Zwei Drittel im Minus
Wie tief die Spuren sind, zeigt der Korb "U.S. AI Vulnerable" von JPMorgan. Von den 69 Werten aus Software, Dienstleistungen, Medien und Bildung liegen 45 seit Jahresbeginn im Minus. 14 Titel büßten mehr als 40 Prozent ein. Schlusslicht ist der Personaldienstleister Alight mit einem Minus von um die 70 Prozent, gefolgt von ZoomInfo und Upwork.
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Intuit, Entwickler der Steuersoftware TurboTax, verlor um die 60 Prozent. Zuletzt setzte dem Konzern der digitale Assistent Muse von Meta zu, der auch Steuererklärungen übernehmen soll. Schwergewichte wie Accenture und Adobe gaben jeweils gut 30 Prozent nach, SAP verlor ebenfalls um einen kleinen zweistelligen Prozentbereich.
Ausreißer nach oben
Einige Werte trotzen dem Trend. Die Aktie von ManpowerGroup verdoppelte sich nahezu, die von Cloudflare legte um die 80 Prozent drauf. Auch Paycom und Robert Half gewannen jeweils fast 40 Prozent. Cloudflare ist mit 6,6 Prozent zugleich die größte Position im Korb. Gewichtet liegt der Korb deshalb nur knapp vier Prozent im Minus.
Fazit
Die niedrigen Bewertungen locken Schnäppchenjäger. JPMorgan sieht aber keine fundamentale Wende. Erholungen dürften daher kurz bleiben. Wer einsteigt, sollte genau prüfen, ob KI das Geschäftsmodell bedroht oder stärkt. Das Beispiel Cloudflare zeigt, dass Anbieter der nötigen Infrastruktur sogar profitieren können.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

