Micron vor den Q4-Zahlen
Micron extrem niedrig bewertet – doch nur, solange die Marge hoch bleibt
Der Konsens erwartet eine Gewinn-Verzehnfachung, getragen von der HBM-Nachfrage. Ob die niedrige Bewertung trägt, hängt an Schweinezyklus, CXMT-Konkurrenz und der HBM-Aussage von CEO Mehrotra am 30. September.
- Microns Gewinn soll sich dank HBM verzehnfachen
- CXMTs Marktanteil und Margenrückgang belasten Micron
- Mehrotras HBM-Ausblick entscheidet über Microns Aktienkurs
Micron ist vor den Q4-Zahlen am 30. September extrem niedrig bewertet – und gleich wissen Sie, warum diese Bewertung nur hält, solange die Marge hoch bleibt, und welche Aussage von CEO Sanjay Mehrotra über den Kurs entscheidet.
Ein verzehnfachter Gewinn macht Micron nur bei hoher Marge günstig
Der Konsens erwartet laut Investing.com (Stand 22. September 2026) für das vierte Quartal einen Umsatz von 50,45 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn je Aktie von 31,16 US-Dollar. Das ist eine Verzehnfachung des Gewinns gegenüber dem Vorjahresquartal, getragen von der Nachfrage nach HBM-Speichern, dem Hochleistungsspeicher für KI-Chips.
Mit dieser Gewinn-Verzehnfachung ist die Bewertung aktuell extrem niedrig. Sinkt die Marge jedoch, kann sich die Aktie als zu teuer entpuppen.
Der Schweinezyklus bestimmt, wie lange die Marge trägt
Seit Jahrzehnten kennt die Chip-Industrie den Schweinezyklus, den regelmäßigen Wechsel von Knappheit und Überangebot. Bislang gehen Analysten deshalb von einem zyklischen Geschäft aus. Je schneller der Schweinezyklus zuschlägt, desto schneller sinkt die Marge.
Entscheidend ist damit ein Blick auf die nächsten 10 Jahre: Wie schnell die Marge sinkt und wo sie sich langfristig fängt, entscheidet darüber, ob die Bewertung tatsächlich günstig ist. Gegenwind kommt vom chinesischen Wettbewerber CXMT: Sein DRAM-Marktanteil nach Umsatz stieg laut Counterpoint Research (via TechNode) im zweiten Quartal 2026 auf 10 Prozent, vor einem Jahr waren es 4 Prozent.
Ob Micron dem Schweinezyklus entkommt und Speicher vom zyklischen Massenprodukt zur KI-Infrastruktur wird, habe ich am 4. September 2026 ausführlich untersucht: in der Wunschanalyse „Micron Technology – Vom Schweinezyklus zum Billionen-Konzern“: https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/2442#ch7
Mehrotras Aussage zur HBM-Nachfrage entscheidet über den Kurs
Ich setze darauf, dass wir das Ende der KI-Rallye noch immer nicht am Horizont erkennen: Die Nachfrage nach HBM-Speichern bleibt auf lange Sicht hoch. Entsprechende Informationen erwarte ich am 30. September von CEO Sanjay Mehrotra. Bleiben sie aus, könnte die Aktie einbrechen. Gerade Micron besitzt die Möglichkeit, der KI-Rallye einen kräftigen Dämpfer zu versetzen.
Meine Ausstiegsbedingung steht vor den Zahlen fest
Stand am 29. September 2026 liegt meine Micron-Position 10 Prozent im Plus. Vorher verkaufen und den Gewinn sichern? Meine Spekulation geht in eine andere Richtung: Die KI-Rallye wird noch immer unterschätzt. Daher verkaufe ich nicht. Bleibt der Beleg für die lange hohe HBM-Nachfrage aus und kommt der Dämpfer für die KI-Rallye, steige ich schleunigst aus.
Wie lange kann Micron aus Ihrer Sicht die hohe Marge halten, wenn CXMT weiter Marktanteil gewinnt? Ich lese Ihre Einschätzung gerne. Kommentieren Sie gerne unten.
Wie stark die Knappheit bei HBM-Speicherchips die Preise bereits treibt, zeigt der Hintergrundbeitrag zu Microns Rekordzahlen: https://www.heibel-ticker.de/blog/intel-cpu-engpass-ki-lieferkette/
Die ausführliche Einordnung zu Microns Bewertung vor den Q4-Zahlen finden Sie hier: https://www.heibel-ticker.de/blog/micron-bewertung-marge-hbm/

