Gold: Zittern vor PCE-Daten
Goldpreis wankt: Gold bald unter 4.000 USD? Übernahmefieber bei Goldminenaktien
Vor der Veröffentlichung der PCE-Daten geht der Goldpreis in die Knie. Droht ein Rutsch unter die 4.000 USD? Unterdessen grassiert im Goldminensektor das Übernahmefieber.
- Rekordrenditen und steigende Ölpreise belasten Gold
- PCE-Daten könnten Gold unter 4.000 Dollar drücken
- Gold-Fields-Gebot für Northern Star wird abgelehnt
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Aktuelle Goldpreisentwicklung: Druck der Anleihemärkte auf Gold wird stärker
Die Rekordjagd der Anleiherenditen geht auch in der neuen Handelswoche weiter. Mittlerweile ist den Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen der Sprung über die 5,2-Prozent-Marke gelungen. Der Vorstoß dehnt sich aus und das könnte für den Goldpreis noch zur ultimativen Belastungsprobe werden.
Vor allem die Situation am Ölmarkt befeuert den Anstieg der Renditen. Brent-Öl und WTI-Öl steigen kontinuierlich an. Zudem verdeutlicht der enorme Spread zwischen den Ölsorten die Verunsicherung der Marktakteure. Kurzfristig ist nicht mit einer Beruhigung der Lage zu rechnen. Ganz im Gegenteil. Gold, Silber & Co. müssen mit weiteren Störfeuern rechnen.
Knallt der US-Dollar bald rauf?
Die anziehenden Anleiherenditen sind die treibende Kraft hinter der aktuellen Stärke des US-Dollars. Morgen werden die PCE-Daten veröffentlicht. Die Kernrate ist der Inflationsindikator für die Fed. Überraschend hohe Werte würden die Zinsängste weiter schüren und so Öl ins Feuer gießen. Der Goldmarkt zittert vor dem morgigen Termin. Ob zu Recht wird sich morgen zeigen. Dem US-Dollar-Index gelang indes der Sprung über die Marke von 101 Punkten. Im Juni und Juli scheiterte er mehrere Mal mit dem Versuch, den Bereich von 101,8 / 102 Punkten zu überspringen. Sollte es ihm dieses Mal gelingen, könnte das damit einhergehende Kaufsignal eine Zwischenrallye entfesseln. Und bekanntlich ist ein starker US-Dollar der Goldpreisentwicklung nicht sonderlich förderlich.
Lichtblick – Gold-ETF-Investoren
Die günstigen Goldpreise locken hingegen wieder verstärkt Investoren in den SPDR Gold Shares. Dessen Bestandsentwicklung dient uns als rudimentärer Indikator, um die Befindlichkeiten im Goldsektor zu erfassen. Zum Zeitpunkt der letzten Gold-Kommentierung an dieser Stelle bot sich noch ein etwas anderes Bild. Damals stagnierte die Bestandsentwicklung. Sollte sich der neue Aufwärtstrend in der Bestandsentwicklung manifestieren, wäre das ein wichtiger Beleg für die Stabilität der Goldpreisrallye.
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Fazit – Gold bald unter 4.000 US-Dollar?
Die PCE-Daten könnten den Druck auf den Goldpreis verstärken und ihn dabei durchaus unter die 4.000 US-Dollar zwingen. Nach dem Rücksetzer unter die Marke von 4.200 US-Dollar ist das Edelmetall unter charttechnischen Aspekten angeschlagen. Ein Test der zentralen Unterstützungszone 4.000 / 3.950 US-Dollar sollte nicht überraschen. Solange sich ein möglicher Rücksetzer unter die 4.000 US-Dollar nicht ausweitet – etwa in den Bereich von 3.600 US-Dollar – sollten antizyklisch agierende Investoren ganz genau hinsehen. Auf lange Sicht ist Gold als werthaltige Anlage alternativlos.
Übernahmefieber im Goldminensektor
Der Konsolidierungsdruck im Gold- und Silberminensektor ist unverändert hoch. In den letzten Monaten gab es bereits einige größere Übernahmen und Zusammenschlüsse. An dieser Stelle sei nur an das Zusammengehen von Coeur Mining und New Gold oder aber an die Übernahme von Orla Mining durch Equinox Gold erinnert. Doch möglicherweise kommt es nun zu einem viel gewaltigeren Zusammenschluss im Goldminensektor.
Gold Fields will Northern Star Resources
Der südafrikanische Goldproduzent Gold Fields greift nach Australiens größtem Goldproduzenten Northern Star Resources. Mitte September 2026 flatterte den Australiern ein unaufgefordertes Übernahmeangebot ins Haus. Gold Fields bot darin einen Aktientausch zuzüglich einer Barkomponente an. Das Paket entsprach einem Gegenwert von 27 AUD je Northern-Star-Aktie. Auf den ersten Blick ein durchaus beachtlicher Aufschlag zu den damaligen Kursen der Australier. Damit hätte die Transaktion ein Volumen von 38,7 Mrd. AUD. Das Board der Australier lehnte jedoch mit Verweis auf die eklatante Unterbewertung entschieden ab. Ob Gold Fields weitere Versuche unternehmen wird, bleibt abzuwarten.
Auf den ersten Blick wirken beide Unternehmen wenig kompatibel. Gold Fields ist hauptsächlich in Südafrika aktiv. Das impliziert ein gewisses Länderrisiko. Aus Sicht von Gold Fields würde eine Übernahme daher durchaus Sinn machen, würde so doch das Portfolio durch die politisch stabilen Minenprojekte in Australien krisenresistenter werden. Gleichzeitig ist das aber aus Sicht von Northern-Star-Resources-Aktionären wiederum das größte Risiko, würde man sich die politischen Unsicherheiten bezüglich südafrikanischer Minen doch bei einem Zusammenschluss mit ins Boot holen.
Für Gold Fields ist es seit der im Jahr 2022 gescheiterten Mega-Fusion mit Yamana Gold der erste Versuch, derartige Größenordnungen zu stemmen. Agnico Eagle Mines im Verbund mit Pan American Silver machte Gold Fields damals bei der geplanten Übernahme von Yamana Gold einen Strich durch die Rechnung. Gold Fields akquirierte seitdem kleinere Unternehmen. Nun scheinen sich die Südafrikaner wieder für größere Taten bereit zu fühlen. Ob diese letztendlich erfolgreich sein werden, ist derzeit die große Frage.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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