US-Bondbeben
Rendite von 30-jährigen US-Bonds knallt zeitweise auf 24-Jahres-Hoch
Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen erreicht den höchsten Stand seit 2002. Inflation und explodierende Staatsschulden treiben das Renditeniveau immer weiter nach oben. Die Hintergründe.
Ein Zinsniveau wie vor fast einem Vierteljahrhundert! Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen sprang am Dienstag kurzzeitig über 5,6 Prozent. So hoch war sie zuletzt im Juni 2002 mit 5,644 Prozent. Am Mittwochmorgen notierten sie bei 5,559 Prozent (Stand: 07:32 Uhr MESZ).
Das trifft Anleihebesitzer direkt, denn wenn Renditen steigen, fallen die Anleihekurse. Auch die Rendite zehnjähriger US-Papiere stand unter Druck. Ihre Rendite legte zeitweise um rund einen Basispunkt auf 5,253 Prozent zu. Sie ist eine wichtige Referenz für die Zinsen auf Immobilien-, Auto- und Kreditkartenkredite. Aktuell liegt sie bei 5,23 Prozent.
Warum verlangen Anleger immer mehr?
JoAnne Bianco von BondBloxx Investment Management erklärte gegenüber CNBC, Inflation, US-Haushaltsdefizite und das große Angebot an Staatsanleihen seien die Gründe für die Sorgen der Anleger. Investoren forderten deshalb eine höhere Laufzeitprämie, also einen zusätzlichen Ertrag für langfristige Anlagen.
Hinzu kommt der seit sieben Monaten andauernde Krieg im Nahen Osten. Er belastet die Energiepreise und verstärkt die Erwartung weiterer Zinserhöhungen.
Die Fed könnte schon im Oktober nachlegen
Laut dem CME FedWatch-Tool preisen Händler für die Fed-Sitzung im Oktober immerhin eine Wahrscheinlichkeit von 47,1 Prozent für eine weitere Zinserhöhung ein. Bereits im September hatte die US-Notenbank den Leitzins um 25 Basispunkte angehoben. Das Votum fiel mit zwölf zu null Stimmen einstimmig aus.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

