Öl fällt, die Zinsangst bleibt
Goldpreis fängt sich: Warum Anleger noch nicht aufatmen können
Gold hält sich nach dem Anstieg am Dienstag stabil. Fallende Ölpreise bringen Entlastung, doch am Anleihemarkt wächst der Druck. Zwei wichtige US-Veröffentlichungen könnten nun Hinweise auf den weiteren Zinskurs liefern.
Gold erholt sich etwas, doch die Monatsbilanz bleibt negativ: Für September zeichnet sich ein Verlust von rund sechs Prozent ab.
Nach dem Plus von 1,6 Prozent am Dienstag stieg der Kassapreis im frühen Handel am Mittwoch um 0,27 Prozent auf 4.194,48 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).
Entlastung kommt vom Ölmarkt. Die Versorgung aus dem Nahen Osten hat sich nahezu dem Niveau vor dem Krieg angenähert. Saudi-Arabien hat die Mengen durch eine wichtige Pipeline erhöht. Die höheren
Liefermengen federn die Folgen der festgefahrenen Lage an der Straße von Hormus ab.
Sinkende Ölpreise dämpfen die Sorge vor einer energiegetriebenen Inflation. Dennoch kostet Brent seit Jahresbeginn rund 70 Prozent mehr. Der Konflikt nähert sich seinem achten Monat.
Die Gefahr droht vom Anleihemarkt. Die
Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen stieg am Dienstag zum sechsten Mal in Folge und erreichte den höchsten Stand seit 2002, was bei Anlegern die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen wegen der
anhaltend hohen Energiekosten schürt. Für Gold ist das Gegenwind, da das Edelmetall keine Zinsen abwirft.
Die Fed hatte die Leitzinsen zur Monatsmitte erstmals seit 2023 erhöht. John Williams, Präsident der New Yorker Fed, hält eine weitere Zinserhöhung gegen Jahresende für möglicherweise angemessen.
Er nennt den Nahostkonflikt und den Ausbau der KI-Infrastruktur als wesentliche Inflationstreiber. Auch drei weitere Fed-Vertreter sprachen am Dienstag über Zinserhöhungen.
Nach Williams' Äußerungen sank die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Anhebung bei der nächsten Sitzung Ende Oktober von 70 auf knapp 50 Prozent. Der Termin liegt kurz vor den
US-Zwischenwahlen.
Nun rücken zwei Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten in den Fokus: Am Mittwoch folgen die PCE-Inflationsdaten, die von der Fed bevorzugte Inflationsmessgröße. Am Freitag steht der
US-Arbeitsmarktbericht an. Beide könnten Hinweise darauf liefern, wie es mit den Zinsen weitergeht.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion
