Chinas Mini-Konjunkturpaket
8. Verlustwoche in Folge: Kann Peking den Absturz noch stoppen?
Peking schnürt das größte Hilfspaket seit zwei Jahren. Doch statt Jubel wie 2024 herrscht an Chinas Börsen Katerstimmung. Ökonomen sehen ein Problem, das Geld allein nicht lösen kann.
- China legt das größte Hilfspaket seit 2024 auf
- Schwache Nachfrage bleibt trotz Hilfen ungelöst
- Chinas Börsen reagieren skeptisch auf das Paket
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China gibt Gas, aber mit angezogener Handbremse. Nach Börsenschluss am Dienstag kündigten die Behörden Zuschüsse für Hypotheken und mehr Kredithilfen der Notenbank an. Es ist das größte Paket seit September 2024, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Es soll sicherstellen, dass China sein Wachstumsziel von 4,5 bis fünf Prozent erreicht. Im vergangenen Quartal war die Wirtschaft unter diese Spanne gerutscht.
Was Peking plant
Ab Donnerstag zahlt das Finanzministerium Zuschüsse für die Hypotheken berechtigter Käufer. Die Notenbank stockt zudem Kreditprogramme für Infrastruktur, Technologiefirmen und kleine Unternehmen auf. Einen Zins für günstige Kredite an staatliche Förderbanken senkte sie um 25 Basispunkte auf 1,5 Prozent. Kommunen dürfen voraussichtlich ungenutzte Anleihequoten von 500 Milliarden Yuan anzapfen, umgerechnet 74,6 Milliarden US-Dollar.
Kleiner Anstoß, kein Wendepunkt
"Das dürfte das Wachstum ausreichend ankurbeln, um das untere Ende der Spanne zu erreichen", sagte Duncan Wrigley, Chefökonom für China bei Pantheon Macroeconomics. Die strukturellen Probleme, eine schwache Binnennachfrage und die hohe Abhängigkeit vom Export, löse das Paket aber nicht. Die Analysten von Barclays sehen Chinas Kernproblem nicht in den Kreditkosten, sondern in der fehlenden Nachfrage nach Krediten.
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Der Spielraum ist begrenzt. Senkt die chinesische Notenbank die Zinsen kräftig, während die US-Notenbank sie anhebt, drohen ein schwächerer Yuan und Kapitalabflüsse, warnt Zhaopeng Xing von der Australia and New Zealand Banking Group. Morgan Stanley fürchtet zudem, dass klamme Kommunen weiter sparen und die Nachfrage so zusätzlich bremsen.
Die Börse bleibt skeptisch
Die Reaktion fällt mau aus. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen verharrte am Mittwoch bei 1,67 Prozent, ein Index für Immobilienentwickler gab um bis zu 4,7 Prozent nach. Der Leitindex CSI 300 steuert auf die achte Verlustwoche in Folge zu.
Laut Reuters droht ihm mit rund 13 Prozent das größte Quartalsminus seit 2022. Vor zwei Jahren hatte ein großes Paket den Index binnen fünf Handelstagen um 25 Prozent nach oben katapultiert. Lichtblicke gibt es dennoch: Der Einkaufsmanagerindex der Industrie stieg im September auf 50,1 Punkte und signalisiert damit wieder Wachstum.
Fazit
Das Paket sichert das Wachstumsziel, heilt aber nicht die Konsumschwäche. Chinesische Aktien bleiben günstig. Ihnen fehlt aber der Treiber. Hoffnung ruht auf einer wichtigen Sitzung der Kommunistischen Partei im Oktober. Auch für deutsche Konzerne mit großem Chinageschäft, etwa die Autobauer, ist keine schnelle Entlastung in Sicht.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
