Kursdesaster hält an
Renk-Aktie: Darum könnte es jetzt sogar noch schlimmer kommen!
Die Aktie des deutschen Rüstungstitels Renk steht bereits seit Wochen unter Verkaufsdruck. Jetzt droht das nachhaltige Unterschreiten wichtiger Unterstützungen.
- Renk-Aktie fällt, Rüstungswachstum wird neu bewertet
- Unter 40 Euro droht Renk der Absturz bis auf 30 Euro
- Rebound bleibt möglich, doch ein Einstieg ist riskant
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Rüstungsaktien: Wachstumsaussichten werden neu bewertet
Die Stimmung gegenüber deutschen Rüstungswerten ist anhaltend schlecht. Das hat zuletzt nicht nur Branchenprimus Rheinmetall zu spüren bekommen, dessen Aktie erneut unter die psychologisch wichtige Marke von 1.000 Euro gerutscht ist, sondern vor allem auch Panzergetriebehersteller Renk. Dessen Anteile notieren inzwischen sogar auf dem niedrigsten Stand seit fast 1,5 Jahren.
Vergleichsweise gut behauptet sich hingegen Hensoldt. Das Unternehmen profitiert von seiner Expertise als Spezialist für elektronische Kampfführung und Luftverteidigung. Bei Renk und Rheinmetall hingegen spielen Investoren das Szenario, das konventionelle, landgestützte Kampfsysteme angesichts der durch Drohnen veränderten Kriegsführung an Bedeutung verlieren könnten. Dementsprechend bewerten sie die Wachstumsaussichten neu.
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Die Hoffnungen auf einen Turnaround bei Renk halten an
Der Beliebtheit von deutschen Rüstungsaktien haben die anhaltenden Kursverluste zumindest bei privaten Anlegerinnen und Anlegern kaum einen Abbruch getan. In sozialen Medien sind Rheinmetall und Co. neben KI-Werten unverändert die am häufigsten diskutierten Werte. Dementsprechend groß sind die Hoffnungen auf einen Turnaround. Bevor ein solcher überhaupt infrage kommt, könnte es für die Aktie allerdings nochmal eine ganze Etage tiefer gehen.
Aufwärtstrend? Das war einmal!
Gegenüber den Ausgabe- beziehungsweise Erstnotierungspreisen von 15,00 und 17,50 Euro liegt die Renk-Aktie zwar noch komfortabel im Plus, doch von einem übergeordneten Aufwärtstrend kann inzwischen keine Rede mehr sein. Gegenüber den im vergangenen Jahr bei rund 90 Euro markierten Rekordnotierungen hat das Papier inzwischen mehr als die Hälfte seines Wertes verloren. Außerdem notiert Renk inzwischen deutlich unter seinen Durchschnittslinien, wo bereits seit vergangenem Dezember ein Death Cross und damit ein Verkaufssignal vorliegt.
Das Kursgeschehen wird damit schon seit Ende letzten Jahres von einem Abwärtstrendkanal bestimmt. Zwischenzeitlich kam es zwar zu Ausbruchsversuchen zur Oberseite, die wurden von den Verkäuferinnen und Verkäufern aber immer wieder eingefangen. Auch die 200-Tage-Linie konnte nicht nachhaltig zurückerobert werden, wodurch eine Trendwende ausblieb.
Jetzt droht sogar der Absturz in Richtung 30 Euro
In den vergangenen Wochen war der Abwärtsdruck besonders hoch. Nach einem gescheiterten Ausbruch über die 200- sowie die Abwärtstrendlinie, der eigentlich von steigenden technischen Indikatoren unterstützt wurde, verloren die Bullen endgültig den Mut – die stark steigenden Anleiherenditen taten dazu ihr Übriges.
Daher ist die Aktie jetzt unter den Unterstützungsbereich zwischen 40 und 42 Euro und an die die Abwärtstrendunterkante gerutscht. Sollte hier ein erfolgreicher Ausbruch nach unten Erfolgen, dürften das auf dem Höhepunkt des Zoll-Crashs erzielte Tief sowie 30 Euro angelaufen werden, was ein Abwärtspotenzial von zusätzlichen 20 Prozent und mehr abrufen würde. Die Lage ist also ernst.
Rebound möglich, aber derzeit eher unwahrscheinlich
Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem solchen Kursrutsch kommt, ist gegenwärtig hoch. Nachdem die Aufwärtstrends und damit auch die bullishen Divergenzen in den technischen Indikatoren gerissen sind, ist Renk als äußerst schwach zu bewerten mit einem Relative-Stärke-Index (RSI) im überverkauften Bereich und einem Trendstärkeindikator MACD sowohl unter Null- als auch der Signallinie, was bereits einen an Fahrt gewinnenden Abwärtstrend anzeigt.
Die Bären haben aktuell also die klar besseren Karten. Völlig chancenlos sind die Käuferinnen und Käufer der Aktie freilich nicht. An der Abwärtstrendunterkante angelangt, besteht wie die Male zuvor die Möglichkeit auf einen Rebound in Richtung der Oberkante. Für dieses Szenario spricht, dass im RSI erste, kurzfristige bullishe Divergenzen vorliegen. Außerdem ist der Abwärtstrend mit einem RSI-Wert von 37 inzwischen auch auf Wochenbasis weit fortgeschritten. Nachhaltige Entspannung zur Oberseite würde jedoch erst ein Anstieg über das Widerstandscluster um 50 Euro bringen.

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Fazit: Das sind noch immer keine Einstiegskurse
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung stellt sich eine zunehmend attraktives, aber weiterhin über dem internationalen Branchendurchschnitt liegendes Niveau dar. Für 2026 ist Renk mit einem KGVe von 28,5 bewertet, dieses soll 2027 auf etwa 20 sinken – der Durchschnitt liegt jedoch bei 19, während US-Verteidigungsunternehmen mit Auftragsbeständen im dreistelligen Milliardenbereich, wie Lockheed Martin, für KGVs von 17 zu haben sind.
Dazu kommt außerdem die Sorge, dass der Analystenkonsens, auf den sich diese Bewertungsvielfache stützen, zu hoch veranschlagt sein könnte. Das ist zumindest die These von JP Morgan-Analyst David Perry, der sein Kursziel am Montag von 75 auf 62 Euro gesenkt und der Aktie damit einen weiteren Dämpfer verpasst hatte. Wer daher bei Renk zuschlagen möchte, sollte sich daher gedulden bis entweder ein belastbarer Boden vorliegt oder die Aktie tatsächlich auf 30 Euro gefallen ist, sodass sich eine unter dem Branchendurchschnitt liegende Bewertung ergeben würde.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion


