Aber wo bleibt der Kursanstieg
Neue Rüstungsmilliarden: Dieses Unternehmen darf sich jetzt freuen!
Der US-Verteidigungskonzern Lockheed Martin hat neue Aufträge erhalten – dieses Mal aber nicht nur aus dem Pentagon, sondern auch von Kunden aus dem Ausland.
- Lockheed erhält Milliardenaufträge aus dem Ausland
- Neue Aufträge lassen die Aktie weiter fallen
- Hoher Auftragsbestand und günstige Bewertung locken
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Rüstungsaktien: Diskrepanz zwischen Kurs und Auftragseingang
In der Verteidigungsbranche wird die Diskrepanz zwischen der Kursentwicklung auf der einen und der Auftrags- und Geschäftsentwicklung auf der anderen Seite immer größer – vor allem bei US-Rüstungskonzernen, wo die Unternehmensbewertungen im Unterschied zu deutschen Verteidigungstiteln, wie Hensoldt, Renk und Rheinmetall, inzwischen attraktiv sind.
Vor allem der Iran-Krieg hat für einen regelrechten Auftragsboom gesorgt, denn inzwischen sind die strategischen Munitions- und Raketenbestände der US-Streitkräfte auf einem so bedenklich niedrigen Niveau, dass nicht nur Verteidigungsexpertinnen und -experten warnen, sondern die Trump-Regierung Unternehmen explizit dazu aufgefordert hat, ihre Produktionskapazitäten hochzufahren.
Immer häufiger wird dabei auch auf die Zusammenarbeit zwischen zivilen und Rüstungsunternehmen gesetzt – das Beispiel VW hat jetzt auch bei General Motors Schule gemacht.
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Das Orderbuch von Lockheed Martin explodiert ...
Vielleicht am größten ist der Widersprich zwischen Auftragseingängen, Bewertung und Aktienkursentwicklung gegenwärtig beim Luft- und Raumfahrtkonzern Lockheed Martin.
Das Unternehmen profitiert besonders stark von einer hohen Nachfrage nach neuen Abfangraketen, Präzisionsmunition und Flugzeugen, wie dem F-35 Lightning. Über Aufträge im Wert von mehreren Dutzend Milliarden US-Dollar durfte sich Lockheed Martin in den vergangenen Monaten freuen, während die Aktie nach einer Talfahrt um 25 Prozent inzwischen unter ihr historisches Bewertungsmittel und damit auch unter den Branchendurchschnitt abgerutscht ist.
... jetzt legen Kunden nochmal mehr als eine Milliarde US-Dollar drauf!
Am Montag und Dienstag gab das Unternehmen neue Auftragseingänge bekannt. Mit 155,7 Millionen US-Dollar erhielt Lockheed Martin zum Wochenauftakt einen eher kleineren Auftrag der US Navy sowie der Küstenwache über die Installation neuer integrierter Kampfsysteme.
Am Dienstag folgten dann weitere Aufträge der Seestreitkräfte. Dabei wurde ein bereits bestehender Auftrag um rund 245 Millionen US-Dollar aufgestockt. Dieser sieht die Nachrüstung des trägergestützten Kampflugzeugs F/A-18E/F (Super Hornet) mit leistungsfähigeren Infrarot-Zielverfolgungssystemen vor. Dabei wird auch die australische Luftwaffe berücksichtigt.
Eine weitere Auslandsbestellung erfolgte aus Japan. Hier wurde ebenfalls ein schon vergebener Auftrag noch einmal angepasst und das Volumen um 724,0 Millionen US-Dollar auf insgesamt 2,36 Milliarden US-Dollar angehoben. Die japanischen Selbstverteidigungskräfte haben neue Aegis-Kampfsysteme für ihre Marine geordert. Das automatische und vollintegrierte Feuerleitsystem soll die Verteidigungsfähigkeiten im Angesicht der wachsenden Bedrohung durch China stärken.
Anhaltende Verkäufe dominieren das Kursgeschehen
Bislang führte die Erteilung neuer Aufträge nicht zu einer Kurswende der sich in einem Abwärtstrend befindenden Aktie. Diese büßte am Dienstag 1,1 Prozent ein – die Auftragsmodifikationen im Wert von etwas über einer Milliarde US-Dollar ging am Dienstagabend erst nach Handelsschluss ein, führte bislang allerdings ebenfalls nicht zu einer nennenswerten Kursreaktion.
Damit bleibt der charttechnische Ausblick vorerst verhalten, denn die Aktie notiert unverändert unter ihren gleitenden Durchschnitten und könnte schon bald die Entschlossenheit der Käuferinnen und Käufer im Bereich von 500,00 US-Dollar herausfordern, wo die vorerst letzte Unterstützung liegt. Die technischen Indikatoren RSI und MACD signalisieren unterdessen weiter Schwäche, ohne dass die Aktie bereits überverkauft wäre, das macht eine zeitnahe Gegenreaktion unwahrscheinlich.

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Fazit: Schwieriger Chart, aber erstklassige Aussichten
Damit bleiben der hohe Auftragsbestand von 230 Milliarden US-Dollar (zum Ende des vergangenen Quartals) sowie die inzwischen attraktive Unternehmensbewertung die größten Trümpfe der Aktie.
Für 2026 ist Lockheed Martin mit einem KGVe von 17,0 bewertet. Das liegt um knapp 11 Prozent unter dem Branchendurchschnitt sowie um 4,5 Prozent unter der historischen Norm. Bei den anderen Kennziffern sind die Abschläge sowohl gegenüber der Vergleichsgruppe als auch dem Mittel der vergangenen 5 Jahre sogar noch höher. Das deutet auf eine Unterbewertung hin.
Anlegerinnen und Anleger, die sich gedulden, bis die Aktie entweder einen nachhaltigen Boden gefunden oder prozyklische Kaufsignale (vorzugsweise über den gleitenden Durchschnitten bei rund 560 US-Dollar) geliefert hat, finden in Lockheed Martin einen attraktiv bewerteten Rüstungstitel.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

