Crashgefahr nach Kursexplosion
Moderna-Aktie: "Dringend Verkaufen!" rät jetzt dieser Analyst!
Dank eines Forschungsdurchbruchs bei Krebstherapien kennt die Moderna-Aktie kein Halten mehr. Doch ein Analyst hält den Kursanstieg für völlig überzogen.
- Moderna-Aktie steigt nach starken Krebsdaten rasant
- Analyst sieht Rallye überzogen und rät zum Verkauf
- Kritik wächst, Anleger sollten Gewinne mitnehmen
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Moderna: Anleger feiern, doch jetzt droht der Kater
Um fast 600 Prozent hat sich die Aktie des BioNTech-Rivalen Moderna in diesem Jahr bereits verteuert. Damit steuern die Anteile auf ihr bestes Ergebnis seit den Corona-Jahren 2020 und 2021 zu und stehen vor dem Ende eines mehrjährigen Bärenmarktes, der nach Allzeithochs um 500 US-Dollar zwischenzeitlich für einen Absturz der Aktie um mehr als 95 Prozent gesorgt hatte.
Auslöser für den Kaufrausch der Anlegerinnen und Anleger sind ermutigende Studiendaten zu einem individualisierten, mRNA-basierten Impfstoff gegen Hautkrebs, der zusammen mit Merck entwickelt wird und der in einer Phase-III-Studie seinen primären Endpunkte erreichen konnte, woraufhin die Aktie an nur einem Tag um 177 Prozent explodierte und ihren Anstieg seither fortsetzen konnte.
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Citigroup-Analyst empfiehlt den Verkauf – und warnt vor Crash
Doch nicht alle Marktbeobachterinnen und -beobachter teilen die Euphorie, von der Moderna inzwischen umgeben ist. Im Gegenteil: Geoff Meacham, Analyst bei der US-Großbank Citigroup und laut TipRanks, einem Vergleichsportal für Wall-Street-Expertinnen und -Experten, ein überaus zuverlässiger Experte, hat jetzt zwar sein Kursziel von 60 auf 80 US-Dollar angehoben, die Aktie aber dringend zum Verkauf empfohlen, da die Rallye der Aktie "zu weit gegangen sei."
Meacham verweist dabei auch auf eine Diskrepanz zwischen der allgemeinen Kursentwicklung in der Biotechnologie-Branche und den Kursgewinnen Moderna. Seit der Vorlage der Studienergebnisse habe Moderna 222 Prozent zugelegt, der Nasdaq Biotechnology Index jedoch 2 Prozent eingebüßt.
Seiner Einschätzung nach könnte Intismeran zwar zu einer "führenden Therapie" bei Hautkrebs werden, doch das aktuelle Kurs- und Bewertungsniveau der Aktie preise bereits den Erfolg zahlreicher weiterer Therapien ein und impliziere gleichzeitig unrealistische Wachstumserwartungen.
Weiter schreibt er: "Wir tun uns schwer, die Bewertung durch Vergleiche mit anderen börsennotierten Unternehmen oder den Nettobarwert der Pipeline zu rechtfertigen" und verweist beispielsweise auf Regeneron, dessen Börsenwert vergleichbar ist, das aber bereits Umsätze und Gewinne im Milliardenbereich erwirtschaftet. Meachem rechnet vor, dass für die aktuelle Bewertung ein Umsatz von 26 Milliarden US-Dollar nötig wäre, wofür die Hälfte auf Moderna entfallen müssen.
Aktie gerät am Mittwoch deutlich unter Druck
Nachdem die Aktie noch am Dienstag mit knapp 209 US-Dollar auf ein neues Jahreshoch geklettert war, zeigte sie sich zur Wochenmitte beeindruckt von der Analystenkritik. Moderna büßte bereits in der US-Vorbörse mehr als 6 Prozent an Wert ein und setzte damit deutlich zurück.
Selbst das angehobene Kursziel von 80 US-Dollar des Citigroup-Experten deutet jedoch darauf hin, dass die Aktie in den kommenden 12 Monaten mehr als die Hälfte ihres Wertes wieder einbüßen könnte. Im Mittel veranschlagen Analystinnen und Analysten den fairen Wert auf aktuell knapp 120 US-Dollar, was eine Downside von 41 Prozent impliziert.
Der Konsens lautet nach der gewaltigen Rallye "Halten", wobei die Verkaufsempfehlung der Citigroup keine Einzelmeinung ist. Auch Rothschild Redburn sieht in Moderna einen Verkauf mit einem Kursziel von 81 US-Dollar. Dem steht mit 180 US-Dollar von Argus das Street-High-Target gegenüber.

wallstreetONLINE Redaktion2,6-Milliarden-$-Wette
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Fazit: Jetzt ist die Zeit gekommen, Gewinne mitzunehmen
Nach dem gewaltigen Kursanstieg der Moderna-Aktie wächst die Kritik am Kurs- und Bewertungsniveau des Biotechnologie-Spezialisten, der bei einem aktuellen Umsatz von knapp 2,1 Milliarden US-Dollar mit über 80 Milliarden US-Dollar bewertet ist. Für Citigroup-Analyst Geoff Meacham genügte die Übertreibung, die auch angesichts eines Wochen-RSI von fast 86 Punkten ersichtlich ist, jetzt für eine Verkaufsempfehlung.
Was kurzfristigen Kursverlusten noch entgegenwirken könnte, ist die unverändert hohe Short-Quote von knapp 10 Prozent. Möglicherweise sind daher noch weitere Leerverkäuferinnen und -verkäufer zum Schließen ihrer Positionen gezwungen. Das dürfte die Anteile jedoch kaum vor einer kräftigen Korrektur schützen, um die aus dem Ruder gelaufenen Erwartungen zu korrigieren. Anlegerinnen und Anleger sollten jetzt damit beginnen, ihre Gewinne mitzunehmen.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

