"Zum Wohle der Menschheit"
Burry wünscht sich den Crash: Warum er OpenAI und Anthropic stoppen will
Michael Burry wünscht sich einen Crash, der die Börsengänge von OpenAI und Anthropic stoppt. Doch die größere Gefahr sieht ein Fonds an seiner Seite ganz woanders. Die Prognose: schlimmer als 2008.
- Burry warnt vor OpenAI- und Anthropic-Börsengängen
- Anthropic drohen hohe Verluste und Milliardenkosten
- Burry sieht bei Privatkrediten größere Crashgefahr
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Michael Burry legt nach. Der aus "The Big Short“ bekannte Investor warnt vor den geplanten Börsengängen von Anthropic und OpenAI. "Zum Wohle der Menschheit sollten die Märkte stark einbrechen und die Börsengänge von OpenAI und Anthropic verhindern", schrieb Burry auf der Plattform X. Die beiden Entwickler künstlicher Intelligenz würden Billionen an Kapital verschlingen und vernichten, erklärte er in einem weiteren Kommentar. Das sei noch der geringste Schaden, den sie anrichteten.
Milliardenlasten vor dem Börsengang
Burry bezweifelt seit Langem, dass sich die gewaltigen Investitionen in Rechenzentren auszahlen. Warnungen der Branche vor zu schnellem Fortschritt hält er für eigennützig, weil sie die Börsengänge anheizen könnten. Laut Reuters hat Anthropic Verpflichtungen für Rechenleistung und Infrastruktur von rund 518 Milliarden US-Dollar eingegangen.
Für das Jahr 2025 steht ein Nettoverlust von 42 Milliarden US-Dollar in den Büchern, der großteils auf eine Buchungsbelastung zurückgeht. Beim Börsengang, voraussichtlich nach den Zwischenwahlen im November, könnte das Unternehmen dennoch mit mehr als zwei Billionen US-Dollar bewertet werden. OpenAI verschob seine Pläne auf das kommende Jahr. Einen festen Zeitplan gebe es nicht, sagte Konzernchef Sam Altman am Dienstag.
Trump setzt auf Selbstkontrolle
Am selben Tag empfing US-Präsident Donald Trump die Spitzen der Branche im Weißen Haus. Sundar Pichai von Google, Dario Amodei von Anthropic, Mark Zuckerberg von Meta, Greg Brockman von OpenAI und Elon Musk unterzeichneten eine Erklärung zur verantwortungsvollen Entwicklung künstlicher Intelligenz. Trump lobte eine "enorme Selbstregulierung" der Branche.
Neuer Fonds wettet auf den Kreditcrash
Burry sieht die größere Gefahr allerdings woanders. Als Berater unterstützt er den neuen Leerverkaufsfonds Minerva Investment Management von Laks Ganapathi. Sie sucht Ziele im Gesundheitswesen, im Einzelhandel, in der Gastronomie und bei kleineren Banken. Viele Firmen dort hängen am Tropf privater Kreditgeber. "Künstliche Intelligenz ist nicht der gesamte Markt, auch wenn es so aussieht", sagte Ganapathi der Nachrichtenagentur Reuters. Für sie sind Kredite der Frühindikator.
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"Dieses Mal wird es nicht so sein wie 2008. Es wird viel schlimmer werden." Die Ausfallquote privater Kredite in den Vereinigten Staaten erreichte im August laut der Ratingagentur Fitch ein Rekordhoch von 6,3 Prozent. Leicht wird das Geschäft nicht. Laut dem Datenanbieter Hedge Fund Research schrumpfte die Zahl reiner Leerverkaufsfonds von 54 im Jahr 2008 auf nur noch sechs.
Fazit
Burrys Warnungen sind laut. Nicht jede hat sich erfüllt. Die Zahlen aus dem Anthropic-Prospekt zeigen aber, wie teuer der Wettlauf um KI ist. Wer bei den Börsengängen zeichnen will, sollte Verluste, Fixkosten und Bewertung genau prüfen. Das eigentliche Warnsignal könnte jedoch vom Markt für private Kredite ausgehen. Steigende Ausfälle treffen vor allem kleinere Banken und hoch verschuldete Mittelständler.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

