Wirtschaft trotzt der Teuerung
3,4 statt 3,7 Prozent: Fed bekommt bessere Inflationsdaten als erwartet
US-Verbraucher gaben im August so viel aus wie seit über einem Jahr nicht mehr, während die Inflation stärker abkühlte als von Ökonomen erwartet. Für die Fed wird die Zinsentscheidung damit noch schwieriger.
- US-Verbraucher kauften im August besonders kräftig
- Inflation und Kernrate fielen unter die Prognosen
- Stärkeres Wachstum erschwert der Fed den Zinskurs
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Die US-Verbraucher haben im August so kräftig eingekauft wie seit über einem Jahr nicht mehr. Die inflationsbereinigten Konsumausgaben legten binnen eines Monats um 0,6 Prozent zu, der stärkste Sprung seit März 2025. Gekauft wurden vor allem Autos, Möbel und Kleidung, trotz hoher Spritpreise und steigender Kosten.
Gleichzeitig fiel die Inflation schwächer aus als erwartet. Der von der Fed bevorzugte PCE-Preisindex stieg im Monatsvergleich um 0,3 Prozent, die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel nur um 0,2 Prozent, ein Zehntel weniger als prognostiziert. Aufs Jahr gerechnet verlangsamte sich die Teuerung auf 3,4 von zuvor 3,7 Prozent, die Kernrate sank auf 3,0 von 3,3 Prozent, beides unter den Schätzungen der Ökonomen.
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Zudem wurde das Wachstum im zweiten Quartal deutlich nach oben korrigiert: Das BIP legte laut dritter Schätzung aufs Jahr hochgerechnet um 2,2 statt zuvor gemeldeter 1,5 Prozent zu, auch das erste Quartal fiel stärker aus.
An den Börsen sorgte das für Erleichterung. Dow, S&P und Nasdaq notierten vorbörslich je rund 0,3 Prozent höher, die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen sank vom höchsten Stand seit 2007 auf 5,23 Prozent. Für den S&P 500 reichte das trotzdem nicht für ein versöhnliches Monatsende, im September stand bis Dienstag noch ein Minus von 0,2 Prozent.
Die Fed, die in diesem Monat erstmals seit drei Jahren die Zinsen angehoben hatte, dürfte die Zahlen genau studieren. Laut FedWatch-Barometer sank die eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine weitere Erhöhung im Oktober auf 37 von zuvor 51 Prozent.
Rückenwind kam unterdessen vom Arbeitsmarkt: Laut ADP entstanden im September 90.000 neue Stellen, deutlich mehr als die erwarteten 68.000. Der offizielle Jobbericht folgt am Freitag, die Fed entscheidet am 28. Oktober.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

