Kein einziger Trade war echt
Fake-KI-Trading bringt Anleger um 15 Millionen US-Dollar
Hunderte US-Kleinanleger verloren mehr als 15 Millionen US-Dollar. Besonders perfide: Die Plattformen gaben sich sogar als von der SEC reguliert aus.
- Hunderte Anleger verloren über 15 Millionen Dollar
- KI-Betrüger täuschten mit erfundenen Gewinnen
- SEC warnt vor Anlagebetrug in WhatsApp-Gruppen
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Hunderte Kleinanleger haben laut US-Börsenaufsicht SEC mehr als 15 Millionen US-Dollar (rund 13,2 Millionen Euro) durch angebliche KI-Handelsplattformen verloren, die über WhatsApp-Gruppen beworben wurden. Die SEC reichte am Dienstag zwei Klagen gegen Cryptoaiml Ltd. und TSAI Pro Ltd. sowie verbundene Unternehmen ein. Der Vorwurf: Anleger seien mit dem Versprechen KI-gestützter Aktiengeschäfte angelockt worden, tatsächlich habe auf keiner der Plattformen echter Handel stattgefunden.
Nach Angaben der Behörde wurden erfundene Gewinne angezeigt, gefälschte Anlageberater eingesetzt und angebliche Mitinvestoren in WhatsApp-Chats genutzt, um Vertrauen aufzubauen. Die Plattformen behaupteten zudem, von der SEC überwacht beziehungsweise reguliert zu werden. Kunden sollten Kryptowährungen oder Bargeld einzahlen, während die Gelder laut Klage auf ausländische Konten weitergeleitet wurden.
Cryptoaiml soll Anleger um mehr als 12,5 Millionen US-Dollar gebracht haben. TSAI Pro soll weitere 2,8 Millionen US-Dollar eingesammelt haben. Besonders perfide: Beide Unternehmen sollen gefälschte SEC-Dokumente beziehungsweise Zertifikate genutzt haben, um Seriosität vorzutäuschen. Bei Cryptoaiml wurden Anleger, die Geld abheben wollten, laut SEC zusätzlich aufgefordert, weitere Vorauszahlungen zu leisten, bevor ihre angeblich gesperrten Konten freigegeben würden.
Bei TSAI Pro wurde das Ganze als automatisierter KI-Handel verkauft. Kunden sollten Bots mieten, die für sie handeln und garantierte Gewinne erwirtschaften sollten. Laut SEC existierten diese Bots jedoch gar nicht. Eingezahlte Gelder seien nie für Handelsgeschäfte verwendet worden.
"Obwohl die Methoden, mit denen unschuldige Anleger in diesen betrügerischen Investitionsmaschen hereingelegt wurden, variierten, war das Ziel dasselbe – potenziellen Anlegern überdurchschnittliche Renditen zu versprechen, zu behaupten, sie seien legitime, von der SEC regulierte Unternehmen, und ihnen dann ihr Geld zu stehlen", zitiert Bloomberg David Woodcock, Direktor der Durchsetzungsabteilung der SEC.
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WhatsApp selbst wird kein Fehlverhalten vorgeworfen. Die SEC warnt allerdings ausdrücklich davor, dass Gruppenchats zunehmend als Einstiegstor für Anlagebetrug genutzt werden. Für Anleger ist die
Masche besonders gefährlich, weil sie gleich mehrere Vertrauenssignale kombiniert: KI, angeblich regulierte Plattformen, gefälschte Gewinne und vermeintliche Mitinvestoren, die hohe Renditen
feiern.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
