"Big Short"-Investor
Michael Burry erwartet frühen KI-Crash – und nennt vier neue Wetten
Michael Burry hält ein früheres Platzen der KI-Blase für möglich. Jetzt ersetzt er Leerverkäufe durch Put-Optionen und nimmt vier KI-Börsenwerte ins Visier. Warum verschärft er seine Wette gerade jetzt?
Michael Burry zieht den Zeitplan für seine Wette gegen den KI-Boom vor. Der Investor, der durch seine Spekulation gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise bekannt wurde, hält es inzwischen
für möglich, dass "die KI-Blase eher früher als später platzen" könnte. Er hat seine Börsenpositionen entsprechend umgebaut, wie CNBC berichtet.
Burry ersetzt Leerverkäufe durch Put-Optionen. Diese verschaffen ihm eigenen Angaben zufolge mehr Hebel für einen kürzeren Zeitraum und sind wegen der geringen Schwankungen derzeit vergleichsweise
günstig. Ein Teil der Änderungen habe zudem steuerliche Gründe. Meist gehe es ihm aber um den möglichen früheren Wendepunkt.
Vier Wetten, zwei Zeitfenster:
Bei Micron wählte er Puts mit Fälligkeit im Juni des kommenden Jahres und einem Basispreis von rund 500 US-Dollar. Gemessen am Nasdaq-Schlusskurs vom Montag in Höhe von 1.053,98 US-Dollar, müsste die Micron-Aktie um mehr als 52 Prozent fallen, damit Burrys Put-Option im Geld ist. Um einen Gewinn zu erzielen, müsste der Kurs noch weiter sinken, da Burry auch die gezahlte Optionsprämie ausgleichen müsste.
Auch gegen Nebius setzt er auf Juni-Puts mit einem "zweistelligen Basispreis" (einen genauen Wert nennt er nicht). Gegenüber dem Nasdaq-Schlusskurs vom Montag in Höhe von 231,88 US-Dollar müsste die Nebius-Aktie mindestens 57 Prozent (bei einem angenommenen Basispreis von 99 US-Dollar) fallen, damit Burry mit seiner Put-Option im Geld liegt.
Burry hat seine Position gegen Palantir in eine größere Put-Wette mit Fälligkeit im September 2027 und Basispreisen im "unteren 100er-Bereich" umgewandelt. Bei einem angenommenen Basispreis von 110 US-Dollar müsste die Aktie gegenüber dem Montagsschlusskurs von 187,48 US-Dollar um mindestens 41,33 Prozent fallen, damit der Put bei Fälligkeit im Geld liegt.
Seine Wette gegen den Halbleiter-ETF iShares SOXX läuft über Puts bis September 2027 mit Basispreisen im unteren 400er-Bereich. Laut CNBC könnten die neuen Positionen auf eine Wende beim
KI-Trade bis zum kommenden Sommer hindeuten. Einen festen Crash-Termin nennt Burry jedoch nicht.
Warum die Eile? Burry verweist auf eine Analyse von Ares Management. Diese beschreibt, wie stark der KI-Boom von dauerhaft hohen Investitionsausgaben abhängt. Schon eine Phase enttäuschender
KI-Umsätze könnte demnach ausreichen, damit einzelne Unternehmensführungen ihre Investitionspläne überdenken.
Burry hatte seine Wetten gegen Micron, Nebius und den SOXX bereits zuvor erhöht. Bislang läuft der Markt jedoch nicht nach seinem Drehbuch:
Der Nasdaq Composite erreichte in der vergangenen Woche ein Rekordhoch. Micron liegt zugleich 16 Prozent und Palantir rund zehn Prozent unter ihren
jeweiligen Höchstständen. Ob Burry mit seinem neuen Zeitplan richtig liegt, ist völlig offen.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion
