Berenberg sieht bei der Allianz-Aktie über 60 Prozent Kurspotenzial
Die Allianz-Aktie hat zuletzt deutlich nachgegeben. Die Privatbank Berenberg wertet den Rückgang jedoch als Kaufgelegenheit und hält an ihrer positiven Einschätzung fest. Analyst Michael Huttner bestätigt das Kursziel von 684 Euro. Ausgehend von einem im Bericht genannten Aktienkurs von rund 426 Euro entspricht das einem möglichen Aufwärtspotenzial von gut 60 Prozent. Hinzu kommt eine Dividendenrendite von etwa 4,5 Prozent.
Für Zuversicht sorgt zunächst die operative Entwicklung. Im ersten Halbjahr steigerte der weltgrößte Versicherungskonzern sein operatives Ergebnis um neun Prozent auf 9,4 Milliarden Euro. Alle Sparten trugen dazu bei: Das Schaden- und Unfallgeschäft wuchs um neun Prozent, die Lebensversicherung um zwei Prozent und die Vermögensverwaltung um 13 Prozent. Würde die Allianz in der zweiten Jahreshälfte ein vergleichbares Ergebnis erzielen, käme sie 2026 auf rund 18,8 Milliarden Euro. Die Markterwartung liegt laut Bericht bei 18,5 Milliarden Euro.
Nach Gesprächen mit der Investor-Relations-Abteilung auf einer Münchner Konferenz sieht Huttner die Allianz zudem auf Kurs, ihr Wachstum bis zum Ende des Strategiezeitraums 2025 bis 2027 fortzusetzen. Sorgen über die umfangreichen nicht börsennotierten Anlagen des Konzerns hält Berenberg für überzogen. Insgesamt belaufen sie sich auf 141 Milliarden Euro, darunter 24 Milliarden Euro an Mittelstands- und sonstigen Krediten. Entscheidend sei, dass 93 Prozent dieser Anlagen langfristige Verpflichtungen aus dem Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft deckten. Diese Verbindlichkeiten hätten eine Laufzeit von etwa acht Jahren.
Für das dritte Quartal rechnet Berenberg zwar mit Belastungen durch Hagelstürme. Ein stärkerer US-Dollar könne die Folgen jedoch teilweise ausgleichen, insbesondere im Lebens- und Fondsgeschäft. Auch die Vermögensverwaltung liefert positive Signale: Im ersten Halbjahr verzeichnete sie Nettozuflüsse von 84 Milliarden Euro; nach Angaben der Allianz hielt der Trend zuletzt an. Zudem erhöhte der Konzern seine Reserve für steigende Schadenkosten wieder auf 1,8 Milliarden Euro und damit auf den Stand von 2022.
Zusätzlich kauft die Allianz eigene Aktien zurück. Zwischen dem 21. und 22. September 2026 erwarb sie insgesamt 182.616 Stück. Seit Beginn des laufenden Programms am 13. März summierten sich die Rückkäufe bis einschließlich 22. September auf knapp 6,25 Millionen Aktien.
Insgesamt sieht Berenberg damit eine Kombination aus robustem Geschäft, anhaltenden Zuflüssen und aus seiner Sicht beherrschbaren Anlagerisiken. Am Ende des zugrunde liegenden Beitrags steht außerdem ein Leserkommentar, der scherzhaft eine Versicherung gegen Fehler künstlicher Intelligenz als mögliches künftiges Geschäftsfeld der Allianz ins Spiel bringt.
Die Allianz Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,29 % und einem Kurs von 414,8EUR auf Lang & Schwarz (01. Oktober 2026, 07:39 Uhr) gehandelt.
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