Mercedes spart härter: Vier Tage Büro, Abfindungen – und Aktienrückkauf
Mercedes-Benz verschärft seinen Sparkurs in Deutschland und setzt zugleich den Aktienrückkauf fort. Die Maßnahmen fallen in eine Phase, in der der Autobauer seine Kosten senken und seine Wettbewerbsfähigkeit stärken will. Dazu plant der Konzern eine Rückkehr zu mehr Präsenz im Büro und legt ein freiwilliges Abfindungsprogramm für Beschäftigte in indirekten Bereichen neu auf. Parallel dazu kauft das Unternehmen eigene Aktien zurück.
Nach einer geplanten neuen Konzernbetriebsvereinbarung sollen Vollzeitbeschäftigte künftig standardmäßig bis zu vier Tage pro Woche am Standort arbeiten. Führungskräfte könnten diese Präsenztage ohne Begründung festlegen. Die bisherige Vereinbarung, die den Beschäftigten mehr Freiheit bei der Wahl des Arbeitsorts ließ, hat Mercedes gekündigt. Die neue Regelung muss noch von den Betriebsratsgremien an den Standorten beschlossen werden. Bei Zustimmung könnte sie am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Ausnahmen sollen weiterhin möglich sein, müssten aber zwischen Führungskraft und Beschäftigtem vereinbart und freigegeben werden. Ohne neue Vereinbarung droht den Standorten Ende März eine Regelungslücke.
Zudem will Mercedes im Dezember voraussichtlich erneut Abfindungen anbieten. Das Programm richtet sich an Tarifbeschäftigte in indirekten Bereichen und teilweise an Führungskräfte. Das Unternehmen betont, dass ein Austritt nur im gegenseitigen Einvernehmen erfolgen soll: Sowohl der Beschäftigte als auch Mercedes müssen zustimmen. Der Konzern beschäftigt in Deutschland rund 108.000 Menschen. Die Pläne stehen im Zusammenhang mit dem Ziel, die Arbeitskosten zu reduzieren. Produktionsvorstand Michael Schiebe hatte gewarnt, ohne Kostensenkungen könnten zwei deutsche Werke geschlossen werden. Gegen die Sparmaßnahmen gab es zuletzt wiederholt Proteste.
Auch die Geschäftsentwicklung erhöht den Druck auf das Management. 2025 sank der Gewinn von 10,4 auf 5,3 Milliarden Euro, nachdem er bereits im Vorjahr um 28,4 Prozent zurückgegangen war. Im zweiten Quartal des laufenden Jahres verbesserte sich das Konzernergebnis zwar um 13,5 Prozent auf rund 1,09 Milliarden Euro. Das schwache China-Geschäft belastete jedoch weiterhin die Pkw-Sparte.
Der Aktienrückkauf läuft seit dem 1. September 2026. Vom 21. bis 25. September erwarb Mercedes insgesamt 895.000 Aktien über den Handelsplatz Xetra. Die Tagesvolumina lagen zwischen 165.000 und 215.000 Papieren; die gewichteten Durchschnittskurse bewegten sich zwischen 41,2471 und 43,9785 Euro. Seit Beginn des Programms kaufte der Konzern bis zum 25. September insgesamt 2.976.805 eigene Aktien zurück. Die Transaktionen wickelt ein beauftragtes Kreditinstitut ab. Damit verfolgt Mercedes parallel zur operativen Kostendisziplin eine Kapitalmaßnahme, deren Umfang in der Mitteilung jedoch nicht näher erläutert wird.
Die Mercedes-Benz Group Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,02 % und einem Kurs von 40,53EUR auf Lang & Schwarz (01. Oktober 2026, 07:44 Uhr) gehandelt.
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