Commerzbank: Rückkäufe trotz Abstufung – Inflation steigt auf 3,3 %
Die Commerzbank setzt ihr Aktienrückkaufprogramm fort, während eine Analystenabstufung auf nachlassende Kurstreiber verweist. Zugleich verschärft der Energiepreisschub den Inflationsdruck in Deutschland und erhöht die Unsicherheit für Verbraucher, Unternehmen und Geldpolitik.
Vom 21. bis zum 25. September kaufte die Bank insgesamt 2.037.832 eigene Aktien zurück. Die durchschnittlichen Tageskurse lagen zwischen 41,18 und 42,19 Euro. Seit dem Start des Programms am 4. September summieren sich die Rückkäufe bis einschließlich 25. September auf 6.255.093 Aktien. Die Transaktionen wurden über Xetra sowie die Handelssysteme Cboe, Turquoise und Aquis abgewickelt.
Deutsche Bank Research stufte die Commerzbank-Aktie unterdessen von „Buy“ auf „Hold“ herab. Das Kursziel bleibt bei 42 Euro. Analyst Benjamin Goy begründet den Schritt damit, dass wichtige Kurstreiber – darunter steigende Zinserträge und umfangreiche Ausschüttungen – inzwischen weitgehend eingepreist seien. Auch die bisherige Outperformance habe sich am Markt niedergeschlagen. Trotz höherer Gewinnerwartungen werde die Aktie zudem über dem Branchendurchschnitt bewertet. Die Neubewertung deutet damit auf ein verändertes Chancen-Risiko-Verhältnis hin, nicht auf ein gesenktes Kursziel.
Für die deutsche Wirtschaft rückt derweil die Inflation wieder stärker in den Vordergrund. Die Teuerungsrate stieg im September nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts um 0,4 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent. Höher lag sie zuletzt im Dezember 2023. Gegenüber August erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,6 Prozent. Haupttreiber war Energie: Kraftstoffe und Haushaltsenergie kosteten 14,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Nahrungsmittel verteuerten sich dagegen lediglich um 0,4 Prozent, Dienstleistungen um 2,7 Prozent.
Der Anstieg fällt in eine Phase zunehmender Spannungen im Nahen Osten. Sorgen um die Ölversorgung infolge des Iran-Kriegs und der Lage an der Meerenge von Bab al-Mandab ließen den Brent-Preis zeitweise über 100 Dollar je Barrel steigen. Fachleute warnen, dass anhaltend hohe Energiekosten über Transport, Produktion und Kühlung allmählich auf weitere Warenpreise durchschlagen könnten. Auch stark gestiegene Importpreise und witterungsbedingte Belastungen erhöhen den Kostendruck.
Ein ab Oktober bis Jahresende geltender Tankrabatt soll die Spritsteuern um rund 17 Cent je Liter senken. Ökonomen erwarten jedoch nur eine begrenzte Entlastung; die Inflation dürfte im vierten Quartal weiterhin etwas über drei Prozent liegen. Für 2027 rechnen Forschungsinstitute mit einer Teuerungsrate von 3,2 Prozent. Im Euroraum könnte die EZB angesichts des anhaltenden Preisdrucks den Einlagenzins noch einmal auf 2,75 Prozent anheben. Höhere Zinsen können die Nachfrage bremsen, verteuern aber zugleich Kredite und Investitionen.
Die Commerzbank Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,10 % und einem Kurs von 39,93EUR auf Lang & Schwarz (01. Oktober 2026, 07:46 Uhr) gehandelt.
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