CTS Eventim stürzt ab: Finanzchef geht, Chef kauft für 10 Millionen Euro
### Willms-Abgang setzt CTS Eventim unter Druck
Der überraschende Abschied von Finanzchef William Willms hat die Aktie von CTS Eventim am Mittwoch deutlich belastet. Der Ticket- und Eventvermarkter verlor im Handelsverlauf zeitweise bis zu 14,5 Prozent. Die Papiere fielen auf 51,40 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit längerer Zeit. Im weiteren Tagesverlauf stabilisierte sich der Kurs gemeinsam mit dem Gesamtmarkt: Am Nachmittag lag das Minus je nach Zeitpunkt bei rund acht bis neun Prozent. Bereits seit dem Zwischenhoch im August hatte die Aktie an Wert verloren.
Willms scheidet mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand der Eventim Management AG aus, der persönlich haftenden Gesellschafterin des Konzerns. Er hatte die Funktion erst zum Jahresbeginn übernommen. Gründe für seinen Weggang nannte das Unternehmen zunächst nicht. Übergangsweise übernimmt Philipp Knigge die Aufgaben. Der bisherige Senior Vice President Finance arbeitet seit rund neun Jahren in verschiedenen Finanzfunktionen für CTS Eventim. Die ungeklärten Hintergründe des abrupten Wechsels sorgten an der Börse dennoch für Verunsicherung.
JPMorgan-Analystin Lara Simpson bezeichnete die Personalie als unerwartet. Sie werfe Fragen zur operativen Entwicklung, zur strategischen Ausrichtung und zur Kommunikation des Unternehmens auf. Das entstehende Führungsvakuum könne den Aktienkurs noch eine Weile belasten. Zugleich wertet Simpson den Vorgang als Signal, dass Vorstandschef Klaus-Peter Schulenberg und der Aufsichtsrat die Geschäftsdynamik beschleunigen und die Wertschöpfung erhöhen wollten. Für das Jahresende und 2027 erwartet sie eine bessere operative Aufstellung sowie mehr Flexibilität bei der Kapitalverteilung. Die Bewertung bilde diese Perspektiven nach ihrer Einschätzung nicht ausreichend ab. JPMorgan bestätigte die Einstufung „Overweight“ und das Kursziel von 95 Euro.
Zusätzliche Unterstützung erhielt die Aktie durch eine Pflichtmitteilung zu einem Aktienkauf Schulenbergs. Der Konzernchef erwarb CTS-Eventim-Papiere für rund zehn Millionen Euro zu jeweils 51,93 Euro. Der Kauf erfolgte damit nahe dem im Tagesverlauf erreichten Kursniveau und wurde von Anlegern als Vertrauenssignal gewertet. Jefferies-Analyst Henrik Paganetty richtete den Blick auf den Kapitalmarkttag im November. Noch sei offen, ob und wie sich der überraschende Führungswechsel auf die Veranstaltung auswirke; das Unternehmen habe dazu zunächst keine Angaben gemacht.
CTS Eventim ist Europas größter Ticketanbieter und zählt weltweit zu den führenden Veranstaltern. 2025 erzielte der in mehr als 25 Ländern aktive Konzern einen Umsatz von 3,1 Milliarden Euro. Für Anleger bleibt nun entscheidend, ob das Unternehmen zeitnah Klarheit über Willms’ Ausscheiden schafft und seine Pläne für operative Entwicklung und Kapitalverwendung erläutert. Die Kursreaktion zeigt, wie stark Unsicherheit über die Führungsspitze kurzfristig die Bewertung prägen kann – selbst wenn Analysten langfristig weiteres Potenzial sehen.
Die CTS Eventim Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,14 % und einem Kurs von 52,40EUR auf Lang & Schwarz (01. Oktober 2026, 07:46 Uhr) gehandelt.
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