Gerresheimer-EBITDA springt um 50 Prozent – Vorjahr bleibt unerreicht
### Gerresheimer erholt sich im zweiten Quartal – bleibt aber unter Vorjahr
Gerresheimer hat im zweiten Quartal 2026 eine deutliche Erholung gegenüber dem schwachen Jahresauftakt erzielt. Nach vorläufigen Zahlen stieg das bereinigte EBITDA um mehr als 50 Prozent auf rund 102 Millionen Euro, ein Plus von 35 Millionen Euro zum Vorquartal. Der Umsatz erhöhte sich um 55 Millionen auf 578 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahresquartal blieb das Geschäft rückläufig: Der Umsatz lag 36 Millionen Euro und das Adjusted EBITDA 24 Millionen Euro unter den angepassten Vorjahreswerten. Die Marge verbesserte sich gegenüber Q1 um fünf Prozentpunkte auf 17,6 Prozent. Im ersten Halbjahr summierten sich die Erlöse auf 1,10 Milliarden Euro, nach angepassten 1,14 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA sank von 224 auf 168 Millionen Euro; die Marge ging von 19,6 auf 15,3 Prozent zurück.
Wachstumstreiber war der Geschäftsbereich Containment & Delivery Systems, dessen Nachfrage nach Drug-Delivery-Geräten anzog. Der Bereich erzielte im Halbjahr 604 Millionen Euro Umsatz, gegenüber 591 Millionen im Vorjahr. Das Adjusted EBITDA stieg auf 135 Millionen Euro; die Marge lag bei 22,3 Prozent. Im zweiten Quartal erreichte sie 23,9 Prozent und lag damit 3,3 Prozentpunkte über Q1. Gerresheimer sieht darin eine Bestätigung früherer Investitionen. Deutlich schwächer präsentierte sich Primary Injectable Solutions: Die Erlöse fielen im Halbjahr von 246 auf 212 Millionen Euro, das EBITDA von 50 auf 16 Millionen. Schwächere Nachfrage nach Spritzensystemen und besonders Bulk-Vials in Europa und Amerika belastete die Werksauslastung. Das Unternehmen arbeitet an Gegenmaßnahmen.
Auch Moulded Glass blieb im Halbjahr hinter dem Vorjahr zurück. Der Umsatz sank von 327 auf 309 Millionen Euro, das Adjusted EBITDA von 63 auf 33 Millionen. Im zweiten Quartal verbesserte sich die Marge allerdings deutlich auf 14,9 Prozent, nach 5,6 Prozent im Auftaktquartal. Eine etwas höhere Nachfrage aus dem Lebensmittel- und Getränkesektor glich geringere Pharmaerlöse teilweise aus. Diese standen teils im Zusammenhang mit der geplanten Schließung des Werks in Chicago Heights. Insgesamt erwartet Gerresheimer für die zweite Jahreshälfte eine Ergebnisverbesserung und eine deutlich bessere Finanzlage. CFO Wolf Lehmann erklärte, das Transformationsprogramm „gto“ beginne zu greifen.
Parallel treibt der Konzern den Umbau des Portfolios voran. Der Verkauf des US-Geschäfts Centor steht kurz vor dem Abschluss; der Vollzug werde kurzfristig erwartet. Für Primary Packaging Plastics läuft der Verkaufsprozess planmäßig, der Abschluss wird im ersten Halbjahr 2027 erwartet. Zusammen mit einer geplanten neuen Kapitalstruktur sollen die Transaktionen die finanzielle Basis stärken. Die am 30. September veröffentlichte Q1-Quartalsmitteilung enthält gegenüber den Ende August vorgelegten vorläufigen Zahlen keine wesentlichen Änderungen. Die endgültigen Halbjahreszahlen sollen voraussichtlich Ende November folgen.
Die Gerresheimer Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,31 % und einem Kurs von 28,79EUR auf Lang & Schwarz (01. Oktober 2026, 07:47 Uhr) gehandelt.
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