Merz verspricht Reformen – Siemens setzt Aktienrückkauf fort
### Merz sagt Unternehmen Reformen zu – Siemens setzt Aktienrückkauf fort
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Wirtschaftsvertretern grundlegende Reformen zugesagt. Beim Treffen mit der Unternehmensinitiative „Made for Germany“ in Berlin räumte der CDU-Vorsitzende ein, dass der Reformbedarf groß sei und die Regierung noch nicht dort stehe, wo sie zu diesem Zeitpunkt sein wollte. An seiner Entschlossenheit, Veränderungen schrittweise umzusetzen, solle jedoch niemand zweifeln.
Zu den anstehenden Vorhaben zählte Merz flexiblere Regeln am Arbeitsmarkt. Darüber solle in der kommenden Woche der Koalitionsausschuss beraten. Weitere Arbeitsmarktgesetze seien nötig. Der Kanzler verwies außerdem auf die Vertiefung des EU-Binnenmarkts und die geplante Rentenreform. Gerade bei der Rente gibt es Konflikte in der Koalition: Die SPD will über die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren sprechen. Auch arbeitsmarktpolitische Änderungen sind umstritten.
Merz verwies auf angehobene Konjunkturprognosen. Die staatlichen Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur über das schuldenfinanzierte Sondervermögen stützten die Entwicklung. Einen selbsttragenden Aufschwung für die kommenden Jahre gebe es aber noch nicht. Zugleich forderte er den deutschen Mittelstand auf, seine Daten stärker zu nutzen. In der industriellen Datenbasis liege ein möglicher Wettbewerbsvorteil, insbesondere bei Anwendungen künstlicher Intelligenz.
Siemens-Chef Roland Busch bezeichnete industrielle KI als „Jahrhundertchance“ für Deutschland. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing bekannte sich zum Standort, knüpfte Investitionen jedoch an verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Nach Angaben der Initiative „Made for Germany“ planen inzwischen 147 Unternehmen und Investoren, bis 2028 mehr als 850 Milliarden Euro in Deutschland zu investieren. Für 2025 beziffert die Initiative die Investitionen auf mehr als 200 Milliarden Euro. Trotz einzelner Änderungen an Vorhaben sei das geplante Gesamtvolumen netto um einen niedrigen zweistelligen Milliardenbetrag gestiegen. In knapp drei Wochen ist ein Investitionsgipfel in Berlin geplant.
Auch Siemens meldete weitere Aktivitäten am Kapitalmarkt: Vom 21. bis 27. September kaufte der Konzern im Rahmen seines seit Juli laufenden Aktienrückkaufs 321.167 eigene Aktien. Die größten Tagesvolumina entfielen auf den 23. September mit 70.000 und den 24. September mit 69.500 Aktien. Die gewichteten Durchschnittskurse lagen je nach Handelstag zwischen rund 271,60 und 278,80 Euro. Seit Beginn des Programms am 1. Juli hat Siemens damit bis einschließlich 27. September insgesamt 3.931.057 Aktien zurückgekauft. Die Transaktionen erfolgen über Xetra durch eine beauftragte Bank. Finanzminister Lars Klingbeil warb bei dem Treffen für mehr Selbstbewusstsein: Deutschland sei eine große Volkswirtschaft mit stabilem Rechtsstaat und gut ausgebildeten Fachkräften.
Die Siemens Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,15 % und einem Kurs von 274,7EUR auf Lang & Schwarz (01. Oktober 2026, 07:48 Uhr) gehandelt.
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