Iran-Hoffnung stützt Bundesanleihen – doch Inflationssorgen bleiben
Die Kurse deutscher Staatsanleihen standen zu Wochenbeginn zunächst unter Druck. Damit setzte sich die Schwäche der Vorwoche fort: Der richtungweisende Euro-Bund-Future verlor am Montag bis zum Nachmittag 0,44 Prozent auf 119,29 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,56 Prozent. Im frühen Handel hatte das Minus noch 0,28 Prozent betragen. Ausschlaggebend waren vor allem steigende Ölpreise, die Inflationssorgen und damit die Renditen an den Anleihemärkten nach oben trieben.
Im Mittelpunkt stand die Lage rund um die Straße von Hormus. Iran hatte einen Vorschlag zur Wiederöffnung der wichtigen Schifffahrtsroute vorgelegt, den US-Präsident Donald Trump am Samstag jedoch zurückgewiesen. Die Dekabank beschrieb die Reaktion der Märkte als bekanntes Muster: Höhere Ölpreise erhöhen die Inflationserwartungen und belasten dadurch Anleihen. Zum Wochenauftakt fehlten wichtige Konjunkturdaten, die den Kursverlauf hätten beeinflussen können.
Am Dienstag drehte die Stimmung leicht. Der Bund-Future stieg um 0,09 Prozent auf 119,56 Punkte, während die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 3,61 Prozent sank. Berichte über eine mögliche Kompromissbereitschaft der USA und eine diplomatische Lösung des Iran-Kriegs sorgten laut Dekabank für eine gewisse Entspannung. Die Ölpreise und die Renditen gaben nach, nachdem sie zuvor deutlich gestiegen waren. Unterstützung kam zudem von der schwachen Wirtschaftsstimmung in der Eurozone: Der von der EU-Kommission erhobene Economic Sentiment Indicator sank im September um 0,5 Punkte auf 97,9 Zähler. Analysten hatten einen Anstieg erwartet. Ausschlaggebend war vor allem ein schlechteres Konsumklima.
Auch Äußerungen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde wurden von Anlegern berücksichtigt. Sie sagte, der kräftige Renditeanstieg der vergangenen Zeit nehme der Europäischen Zentralbank einen Teil der geldpolitischen Straffungsarbeit ab. Zugleich sei derzeit nicht zu erwarten, dass die hohen Ölpreise auf die Lohnentwicklung übergriffen. Die Aussagen stützten die Einschätzung, dass die Inflation nicht zwangsläufig eine anhaltende Lohn-Preis-Spirale auslösen muss.
Am Mittwoch legten die Kurse erneut zu. Der Bund-Future gewann 0,33 Prozent auf 120,00 Punkte; die Rendite zehnjähriger Papiere fiel auf 3,57 Prozent. Die laufenden Gespräche zwischen den USA und Iran über eine Ausweitung der Öltransporte durch die Straße von Hormus hielten die Hoffnung auf eine Einigung wach. Das dämpfte die Ölpreise und milderte vorübergehend die Inflationssorgen.
Die Entspannung bleibt jedoch fragil. In Deutschland beschleunigte sich die Teuerung im September, vor allem wegen der Energiekosten, von 2,9 auf 3,3 Prozent. Auch Italien und Spanien meldeten stärkere Inflation. Für die Eurozone werden weitere Preisdaten erwartet; zudem steht der US-Arbeitsmarktbericht an. Analysten sehen deshalb das Risiko steigender Renditen weiter hoch. Die Landesbank Baden-Württemberg rechnet angesichts der Inflationsentwicklung mit einer weiteren geldpolitischen Straffung der EZB im vierten Quartal.
BUND Future wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,08 % und einem Kurs von 120,0EUR auf L&S Exchange (01. Oktober 2026, 07:50 Uhr) gehandelt.
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