DHL-Aktie: UBS hebt Kursziel an – doch Analysten bleiben vorsichtig
### DHL Group: Höheres UBS-Kursziel, aber Analysten bleiben vorsichtig
Die DHL Group steht zum Monatswechsel im Fokus mehrerer Analysten und meldet zugleich weitere Aktienrückkäufe. Die Schweizer Großbank UBS hat ihr Kursziel für den Bonner Logistikkonzern von 54,50 auf 59,50 Euro angehoben. An ihrer Einstufung änderte sie jedoch nichts: Analyst Cristian Nedelcu bleibt bei „Neutral“. Die Neubewertung spiegelt verbesserte Ergebniserwartungen wider, ist aber kein uneingeschränktes Kaufsignal.
Nedelcu hob seine Schätzungen für DHL an und sieht das operative Ergebnis der Jahre 2026 und 2027 nun jeweils etwa zwei Prozent über dem Marktkonsens. Als wichtigen Treiber nennt er die derzeit starke Dynamik im Express-Geschäft. Zugleich mahnt die Bank zur Vorsicht bei der Fortschreibung dieser Entwicklung: Der Rückenwind aus der Nahost-Krise dürfte sich 2027 voraussichtlich nicht wiederholen. Damit bleibt offen, ob die jüngste operative Stärke dauerhaft genug ist, um höhere Erwartungen auch über den Prognosezeitraum hinaus zu tragen.
Parallel dazu setzt DHL sein Aktienrückkaufprogramm fort. Im Zeitraum vom 21. bis einschließlich 25. September 2026 kaufte das Unternehmen insgesamt 86.856 eigene Aktien zurück. Der durchschnittliche Erwerbspreis lag bei 57,579 Euro, der Gesamtwert der Transaktionen bei rund 5,0 Millionen Euro. Die Käufe verteilten sich auf Xetra sowie die Handelsplätze CBOE Europe, Turquoise Europe und Aquis Europe. Seit Beginn des aktuellen Programms am 10. August beläuft sich die Zahl der erworbenen Aktien bis zum 25. September auf 2.793.549 Stück. Das Unternehmen veröffentlicht die Einzelgeschäfte auf seiner Investorenseite.
Auch Jefferies sieht kurzfristig keinen Anlass für eine positivere Bewertung. Das Analysehaus bestätigte seine Empfehlung „Hold“ und das Kursziel von 59 Euro. Die Einschätzung stützt sich unter anderem auf die Entwicklung der Luftfrachtpreise: Diese lagen im September vier Prozent unter dem Vorjahreswert und damit erneut unter dem Niveau vom Januar. Analyst Michael Aspinall verweist außerdem auf den anhaltenden kräftigen Anstieg der Treibstoffpreise.
Steigende Energiekosten könnten nach Einschätzung des Experten die Weltwirtschaft belasten. Das Risiko bestehe trotz verbesserter Konjunktursignale: Die Prognosen für das Bruttoinlandsprodukt und die Industrieproduktion seien im September sowohl in Europa als auch in den USA im Allgemeinen nach oben korrigiert worden. Für DHL entsteht damit ein gemischtes Umfeld. Einerseits sprechen höhere UBS-Schätzungen und das dynamische Expressgeschäft für robustere Ertragskraft. Andererseits könnten nachlassende Frachtpreise, steigende Treibstoffkosten und der möglicherweise temporäre geopolitische Rückenwind die Visibilität der Gewinne begrenzen. Die beiden Kursziele von 59,50 beziehungsweise 59 Euro liegen nahe beieinander; gemeinsam mit den unveränderten neutralen beziehungsweise Halteempfehlungen signalisiert das eine abwartende Haltung. Anleger erhalten somit positive Hinweise auf die Ergebnisentwicklung, aber weiterhin keinen breiten Konsens für eine deutliche Neubewertung der Aktie. Die Lage bleibt für Investoren damit anspruchsvoll und offen.
Die DHL Group Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,16 % und einem Kurs von 56,77EUR auf Lang & Schwarz (01. Oktober 2026, 07:50 Uhr) gehandelt.
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