LPKF kappt Jahresziele: LIDE-Hoffnung hilft kurzfristig nicht
### LPKF senkt Jahresprognose trotz Fortschritten bei LIDE
LPKF Laser & Electronics muss seine Erwartungen für 2026 deutlich zurückschrauben. Ein größerer Solarauftrag, der für die bisherige Prognose entscheidend war, dürfte nicht mehr rechtzeitig eintreffen, um im laufenden Geschäftsjahr Umsatz zu bringen. Auch Bestellungen aus dem Bereich Advanced Packaging verzögern sich. Die Verschiebungen lassen sich nach Einschätzung des Unternehmens nicht durch andere Geschäftsbereiche ausgleichen.
Der Garbsener Anlagenbauer rechnet nun mit einem Konzernumsatz von 93 bis 100 Millionen Euro. Zuvor hatte LPKF 105 bis 120 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die bereinigte EBIT-Marge soll zwischen minus 7,0 und minus 2,5 Prozent liegen; bisher lag die Spanne bei minus 3,0 bis plus 4,5 Prozent. Ein Effizienzprogramm erzielt bei der Kostenreduzierung zwar bessere Ergebnisse als geplant, kann die schwache Geschäftsentwicklung aber nicht vollständig auffangen. Zusätzlich rechnet LPKF im Rahmen des Transformationsprogramms „North Star“ mit hohen Restrukturierungskosten.
Die Prognosesenkung folgt auf eine zunächst positive Nachricht zum Zukunftsfeld Advanced Packaging. Montega hatte am 28. September berichtet, dass LPKF einen Letter of Intent (LoI) eines führenden asiatischen Herstellers erhalten habe. Der Kunde setzt bereits ein LIDE-System ein und hat die Technologie für die Verarbeitung von Glas vollständig qualifiziert. Der LoI betrifft den Kauf mehrerer Anlagen und soll ein Volumen im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich umfassen. Montega schätzte, dass dies etwa drei bis sechs Systemen entspricht. Eine verbindliche Bestellung wurde zum Zeitpunkt der Analyse noch erwartet.
Der Auftrag markiert nach Einschätzung des Researchhauses einen wichtigen Schritt von der Qualifizierung hin zum Produktionsbetrieb. Umsatz aus der Bestellung dürfte allerdings erst im ersten Halbjahr 2027 anfallen. Nach einem erfolgreichen Anlauf könnten beim bestehenden Kunden weitere Aufträge im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich folgen. Zudem erwartet Montega in den kommenden zwölf Monaten kleinere Produktionsaufträge von weiteren Kunden, die sich in unterschiedlichen Qualifizierungsphasen befinden. Größere Folgeaufträge hängen demnach davon ab, ob die Kunden die nötigen Produktionsmengen und Prozessausbeuten erreichen.
Der LoI stärkt damit die Perspektive für LIDE, beseitigt aber nicht die kurzfristigen Belastungen. LPKF hält unverändert an Advanced Packaging als strategischem Wachstumsschwerpunkt fest. Für den Ausblick sind nun sowohl der verspätete Solarauftrag als auch die verzögerten Halbleiterbestellungen entscheidend. Montega bestätigte in seiner Analyse vom 28. September die Kaufempfehlung und das Kursziel von 22 Euro. Diese Einschätzung erfolgte vor der am 30. September veröffentlichten Prognosesenkung. Die weitere Entwicklung hängt wesentlich davon ab, wann die angekündigten Bestellungen verbindlich werden und ob aus ersten Produktionsanlagen größere Folgeaufträge entstehen.
Die LPKF Laser & Electronics Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +1,99 % und einem Kurs von 15,40EUR auf Lang & Schwarz (01. Oktober 2026, 07:51 Uhr) gehandelt.
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