Medios peilt 3,1 Milliarden Euro Umsatz an – Compounding im Fokus
### Medios setzt auf margenstärkeres Compounding und peilt 3,1 Milliarden Euro Umsatz an
Medios will sich in den kommenden Jahren vom Spezialpharma-Unternehmen zu einer europäischen Pharma-Services-Gruppe entwickeln. Auf dem Kapitalmarkttag in Breda stellte der Konzern die Strategie „Medios Next Level“ und seine Ambition für 2031 vor: Der Umsatz soll von 2,1 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf rund 3,1 Milliarden Euro steigen. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA adjusted) soll sich auf etwa 170 Millionen Euro verdoppeln.
Rund 700 Millionen Euro des angestrebten Umsatzwachstums sollen organisch entstehen. Dafür kalkuliert Medios mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von etwa fünf Prozent. Weitere rund 300 Millionen Euro sollen aus Übernahmen im Bereich Compounding kommen. Dieser Bereich stellt individualisierte Arzneimittel her und liefert Alternativen, wenn reguläre Produkte nicht verfügbar sind. Wegen seiner höheren Margen soll Compounding künftig überproportional zum Ergebnis beitragen.
Die bisherige Aufteilung in drei Geschäftsbereiche wird durch zwei operative Segmente ersetzt: Specialty Pharma Supply und Compounding. Das Versorgungsgeschäft soll stabile Margen und verlässliche Zahlungsströme sichern. Medios will dort vor allem die Marge optimieren, die Liquidität steuern und selektiv wachsen. Im Compounding plant der Konzern Investitionen in neue Produkte, den Ausbau der Zusammenarbeit mit Kliniken und Krankenhäusern sowie eine europäische Plattform für Wirkstoffe, Materialien und weitere Produktionsmittel.
Die angestrebte Konzernmarge beim EBITDA adjusted liegt 2031 bei rund 5,5 Prozent. Zum Vergleich: 2025 erzielte Medios nach der neuen Definition ein EBITDA adjusted von 87 Millionen Euro, entsprechend einer Marge von 4,2 Prozent. Künftig sollen nur noch Kosten für Übernahmen und Restrukturierungen herausgerechnet und die Bereinigungen offengelegt werden. Die bisherige Kennzahl „EBITDA pre“ wird damit abgelöst.
Zur Finanzierung setzt Medios auf eine disziplinierte Kapitalpolitik. Die interne Obergrenze für das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA liegt bei 2,0; im ersten Halbjahr 2026 betrug der Wert 1,32. Die Kreditverträge erlauben eine höhere Verschuldung von bis zu 3,0. Bis 2031 sieht das Unternehmen rund 325 Millionen Euro finanziellen Spielraum für Übernahmen, sofern die interne Grenze eingehalten wird. Neben Wachstum und Zukäufen kommen künftig auch Dividenden oder Aktienrückkäufe infrage. Letztere bezeichnet Medios angesichts der aktuellen Bewertung als bevorzugte Option.
Ein wichtiger Schritt ist die Übernahme des Wirkstoff- und Rohstoffanbieters Caesar & Loretz (Caelo). Medios schloss den Erwerb von 74 Prozent am 1. Oktober ab; für die übrigen Anteile bestehen Optionen. Caelo erwartet 2026 rund 40 Millionen Euro Umsatz. Zusammen mit Beteiligungen in Belgien und Spanien soll das Unternehmen ein europäisches Netzwerk für Compounding-Zutaten stärken.
An der Börse sorgten die Ziele zunächst für Rückenwind, doch die Erholung der Aktie verlor wieder an Schwung. Nach einem zwischenzeitlichen Plus von 15 Prozent binnen vier Handelstagen drehte der Kurs zeitweise ins Minus. Für 2026 stand zuletzt weiterhin ein Verlust von knapp einem Viertel zu Buche.
Die Medios Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,09 % und einem Kurs von 11,21EUR auf Lang & Schwarz (01. Oktober 2026, 07:52 Uhr) gehandelt.
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