Euro unter Druck: Ölpreise und US-Zinssorgen treiben den Dollar
Der Euro ist im US-Handel unter Druck geblieben. Zum Wochenbeginn notierte die Gemeinschaftswährung bei rund 1,1370 US-Dollar; am Dienstag fiel sie zeitweise bis auf 1,1312, den tiefsten Stand seit Mai 2025. Danach erholte sich der Kurs leicht, gab seine zwischenzeitlichen Gewinne am Mittwoch aber wieder ab und lag zuletzt bei 1,1332. Die EZB setzte den Referenzkurs zunächst auf 1,1378, später auf 1,1355 Dollar fest. Der insgesamt schwache Verlauf spiegelt ein Zusammenspiel aus steigenden US-Zinserwartungen, höheren Energiepreisen und enttäuschenden Konjunktursignalen aus Europa wider.
Ein wesentlicher Treiber war der Ölmarkt. Der Brent-Preis zog zu Wochenbeginn an, nachdem US-Präsident Donald Trump einen iranischen Vorschlag zur Wiederöffnung der Straße von Hormus zurückgewiesen hatte. Die Aussicht auf anhaltend hohe Energiepreise schürte Inflationssorgen und verstärkte am Markt die Erwartung weiterer Zinserhöhungen durch die US-Notenbank. Höhere Zinsen machen Dollar-Anlagen attraktiver; entsprechend gewann der Greenback an Wert und belastete den Euro. Zwar fiel der von der Fed bevorzugte PCE-Preisindikator für August mit einer Inflationsrate von 3,4 Prozent niedriger aus als die von Analysten erwarteten 3,7 Prozent. Das nahm den Dollar zeitweise unter Druck und verschaffte dem Euro eine kurze Verschnaufpause.
Die Entspannung hielt jedoch nicht an. An den Märkten überwogen weiterhin die Sorge vor den Folgen hoher Energiepreise und steigende Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen, wodurch der Dollar erneut gestützt wurde. Auch die Aussagen aus der Fed sorgten für wechselnde Reaktionen: John Williams, Präsident der New Yorker Fed, hielt eine weitere Anhebung des Leitzinskorridors gegen Jahresende für möglich, falls sie zur Inflationsbekämpfung erforderlich werde. Die Markterwartungen waren zuvor allerdings deutlich aggressiver gewesen und hatten mindestens eine Erhöhung um einen Viertelpunkt bis Jahresende eingepreist, möglicherweise bereits im Oktober. Diese Zinsperspektive stützte den Dollar, auch wenn schwächere US-Konjunkturdaten zeitweise dagegenwirkten. Das Verbrauchervertrauen in den Vereinigten Staaten sank im September auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren. Verbraucher blickten angesichts hoher Kosten für Waren, Dienstleistungen sowie Öl und Gas pessimistisch auf die wirtschaftliche Entwicklung.
In der Eurozone verschlechterte sich zugleich die Stimmung. Der Economic Sentiment Indicator sank im September unerwartet, obwohl Analysten mit einem Anstieg gerechnet hatten. Ausschlaggebend war vor allem ein Rückgang des Konsumklimas. Die schwachen Daten belasteten die Gemeinschaftswährung und trugen zu ihrem zeitweiligen Tiefstand bei. EZB-Präsidentin Christine Lagarde versuchte dagegen die Inflationsdebatte einzuordnen: Zwar dürften hohe Ölpreise die Teuerung verstärken, bislang gebe es jedoch keine Hinweise auf eine längerfristige Verfestigung der Inflation. Insbesondere seien keine Anzeichen erkennbar, dass Energiepreise bereits auf Löhne übergriffen. Die EZB sieht somit bislang keinen dauerhaften Inflationsdruck.
Die Währung EUR/USD wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,11 % und einem Kurs von 1,132USD auf Forex (01. Oktober 2026, 07:54 Uhr) gehandelt.
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