Nordex: 217 MW neue Aufträge – und Jefferies sieht weiteres Potenzial
### Nordex sichert sich weitere Aufträge in Europa
Nordex baut sein Auftragsbuch in Deutschland und weiteren europäischen Märkten aus. Der Windturbinenhersteller erhielt vom Projektentwickler Navaris einen Auftrag über 42 Megawatt für den Windpark Lambacher Höh in Rheinland-Pfalz. Zusätzlich meldete das Unternehmen Aufträge aus Frankreich, Portugal und Spanien mit einer Gesamtkapazität von 175 Megawatt. Die Mitteilungen stärken die Sichtbarkeit der Auslastung für die kommenden Jahre; Angaben zu den Auftragswerten machte Nordex nicht.
Für Lambacher Höh umfasst die Bestellung Lieferung und Errichtung von sechs Anlagen: vier Turbinen des Typs N163/6.X und zwei N175/6.X. Die Anlagen werden auf Hybridtürmen montiert. Die N163-Modelle erhalten eine Nabenhöhe von 164 Metern, die N175-Turbinen von 179 Metern. Ergänzt wird der Auftrag durch einen Premium-Servicevertrag über 20 Jahre. Der Standort liegt südwestlich von Bitburg, nahe der luxemburgischen Grenze. Die Montage der ersten Anlage ist für Januar 2028 vorgesehen, die vollständige Inbetriebnahme für Juli desselben Jahres.
Navaris ist die deutsche Plattform für erneuerbare Energien der Qualitas Energy und firmiert erst seit dem 17. September unter diesem Namen. Für Nordex ist Lambacher Höh bereits das vierte gemeinsame deutsche Projekt. Im März hatte der Turbinenbauer einen weiteren Auftrag über 56 Megawatt aus der Unternehmensgruppe erhalten. Navaris entwickelt, baut und betreibt Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Pipeline umfasst nach Unternehmensangaben mehr als drei Gigawatt in fortgeschrittener Entwicklung; über 1,3 Gigawatt befinden sich bereits im Bau oder Betrieb. Mehr als 200 Beschäftigte arbeiten an sechs deutschen Standorten.
Die separat gemeldeten 175-Megawatt-Aufträge in Südeuropa umfassen 34 Windenergieanlagen sowie mehrjährige Serviceverträge. Installation und Inbetriebnahme sind für 2027 und 2028 geplant. Zusammen mit dem deutschen Projekt unterstreichen die Bestellungen Nordex’ Präsenz in europäischen Onshore-Märkten, ohne dass die Mitteilungen Angaben zur Profitabilität oder zu konkreten Lieferpreisen enthalten.
Für die Aktie bleibt der operative Ausblick damit wichtig. Jefferies bestätigte vor den Quartalszahlen die Kaufempfehlung und das Kursziel von 60 Euro. Analyst Constantin Hesse erwartet ein solides drittes Quartal, sieht aber weiterhin mögliche Belastungen durch Kundenverzögerungen, wie sie bereits im Vorquartal auftraten. Zugleich hält er es für möglich, dass verbesserte Margen eine Einengung der Gewinnzielspanne nach oben erlauben. Die Einschätzung ist eine Analystenprognose und keine Unternehmensguidance.
Am 30. September meldete Nordex zudem eine neue Gesamtzahl von 236.880.554 Stimmrechten nach der Ausgabe von Bezugsaktien. Das Unternehmen erzielte 2025 rund 7,6 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt weltweit mehr als 11.100 Menschen. Entscheidend für den weiteren Kurs dürften neben dem Auftragseingang die Umsetzung der Projekte, die Margenentwicklung und die Entwicklung der Kundenabrufe sein. Die nächsten Quartalszahlen bleiben daher zentral.
Die Nordex Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,28 % und einem Kurs von 39,13EUR auf Lang & Schwarz (01. Oktober 2026, 07:53 Uhr) gehandelt.
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