Hapag-Lloyd hebt Prognose an – Hamburgs Hafen kämpft um Erholung
### Hapag-Lloyd optimistischer, Hamburgs Hafen kämpft um Erholung
Hapag-Lloyd hebt seine Ergebnisprognose für 2026 erneut an. Ausschlaggebend sind nach Angaben des Hamburger Reedereikonzerns die anhaltend starke Marktnachfrage und die positive Entwicklung der Spotfrachtraten. Das erwartete Konzern-EBITDA liegt nun zwischen 3,9 und 4,4 Milliarden US-Dollar, nach zuvor angesetzten 2,7 bis 3,7 Milliarden. Für das EBIT rechnet der Vorstand mit 1,25 bis 1,75 Milliarden Dollar; zuvor hatte die Spanne bei 0,1 bis 1,1 Milliarden gelegen. In Euro beziffert Hapag-Lloyd das EBITDA auf 3,4 bis 3,8 Milliarden und das EBIT auf 1,1 bis 1,5 Milliarden Euro. Die Prognose bleibt wegen volatiler Frachtraten und geopolitischer Herausforderungen mit erheblicher Unsicherheit behaftet.
Die angehobene Aussicht des Logistikunternehmens trifft auf ein schwieriges Jahr für den Hamburger Hafen. Dort sank der Containerumschlag im ersten Halbjahr um 3,7 Prozent auf rund vier Millionen Standardcontainer (TEU). Weltweit legte der Umschlag laut Drewry-Index dagegen um 2,5 Prozent zu, europaweit um 2,3 Prozent. Hamburg verlor damit stärker als die Häfen Rotterdam und Antwerpen-Brügge. HPA-Geschäftsführer Jens Meier sieht inzwischen jedoch eine deutliche Erholung und hofft auf ein versöhnliches Jahresende. Eine konkrete Prognose für die kommenden Quartalszahlen gab er nicht ab; er erwarte, dass sich die Entwicklung „nivelliert“.
Als wesentlichen Grund für den schwachen Jahresstart nannte Meier die außergewöhnliche Wintersituation. Eisgang erschwerte das Anlegen der Schiffe, Schnee beeinträchtigte den Betrieb der Containerbrücken. Teilweise sei Schnee sogar mit Hubschraubern beseitigt worden – ein aufwendiges Verfahren, das Zeit und Geld koste und die Leistungsfähigkeit mindere. Globale Krisen und blockierte Schifffahrtsrouten hätten den Rückgang zu Jahresbeginn dagegen nur untergeordnet beeinflusst. Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard verwies zusätzlich auf die hochlaufende Automatisierung: Während neue Systeme eingeführt werden, stünden herkömmliche Umschlagstechniken nicht im gewohnten Umfang zur Verfügung. Auf die Investitionen zu verzichten, sei dennoch keine sinnvolle Option.
Fortschritte meldet die Hafenverwaltung bei der Landstromversorgung. Alle Kreuzfahrt- und Containerterminals verfügen inzwischen über entsprechende Anschlüsse. Bis August stieg der Anteil landstromfähiger Kreuzfahrtschiffe leicht auf 81 Prozent; tatsächlich versorgt wurden 64 Prozent. Am Eurogate-Containerterminal CTH nutzten bis dahin mehr als die Hälfte der landstromfähigen Schiffe das Angebot. Der Hafen strebt Klimaneutralität bis 2040 an.
Die Meldungen zeichnen damit ein gemischtes Bild der maritimen Wirtschaft: Hapag-Lloyd profitiert von günstigen Marktbedingungen, während Hamburgs Umschlag durch Wetter und den Umbau des Betriebs belastet ist. Die bessere Reedereiprognose ist kein Beleg für eine bereits abgeschlossene Erholung des Standorts. **(400 Wörter)**
Die Hapag-Lloyd Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,11 % und einem Kurs von 139,1EUR auf Lang & Schwarz (01. Oktober 2026, 07:57 Uhr) gehandelt.
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