Qualität statt nur Kilos
Novo senkt Wegovy-Preis – neue Daten zeigen 50 Prozent weniger Muskelverlust
In Schweden wird die Abnehmspritze 20 Prozent günstiger. Unabhängig davon liefern Regeneron-Daten einen starken Ansatz gegen eine zentrale Schwäche von Semaglutid.
- Novo senkt Wegovy-Preis in Schweden um 20 Prozent
- Novo will Wegovy für Schwerkranke erstatten lassen
- Trevogrumab halbiert Muskelverlust unter Semaglutid
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Novo Nordisk senkt ab dem 1. Oktober den Preis für sein Adipositasmedikament Wegovy in Schweden um 20 Prozent. Betroffen sind die Dosierungen 1,7 und 2,4 Milligramm, die während des überwiegenden Teils der Behandlung eingesetzt werden. Für Selbstzahler bedeutet das nach Angaben des Unternehmens eine Ersparnis von rund 500 schwedischen Kronen oder mehr pro Monat. Wegovy ist bislang vom schwedischen Erstattungssystem ausgeschlossen, die Apotheken legen ihre Verkaufspreise selbst fest. Novo hofft deshalb, dass die niedrigeren Abgabepreise tatsächlich bei den Patienten ankommen.
Parallel versucht der Konzern, den Zugang über das staatliche Gesundheitssystem auszuweiten. Novo führt Gespräche mit der Arzneimittelbehörde TLV und den Regionen über eine Kostenübernahme für Patienten mit schwerer Adipositas und hohem Risiko für Folgeerkrankungen.
"Novo übernimmt als Unternehmen bereits jetzt klar Verantwortung, indem wir den Preis für alle senken, die ihre Behandlung selbst bezahlen. Gleichzeitig kann die Selbstzahlung niemals das Prinzip einer gleichberechtigten Versorgung und die übergeordnete Verantwortung von Staat und Gesellschaft für Gesundheit und medizinische Versorgung ersetzen. Deshalb haben wir kürzlich einen erneuten Antrag auf Kostenübernahme eingereicht, damit Menschen mit schwerer Adipositas im Rahmen des schwedischen Hochkostenschutzes behandelt werden können", sagte Jørgen Kronborg Jungersen, CEO von Novo Schweden.
Während Novo am Preis und damit am Zugang zu Wegovy arbeitet, rückt zugleich ein medizinischer Schwachpunkt der GLP-1-Therapie in den Fokus: der Verlust fettfreier Muskelmasse. Neue Daten von Regeneron zeigen, dass der Myostatin-Hemmer Trevogrumab in Kombination mit Semaglutid den Muskelverlust gegenüber Semaglutid allein um rund 50 Prozent reduzieren konnte. Bei einer Dosis von 75 Milligramm wurden nach 52 Wochen laut den vorgestellten Daten sogar mehr als 70 Prozent des ansonsten verlorenen Muskelgewebes erhalten.
In der Studie mit knapp 1.000 Patienten sank die fettfreie Masse unter Semaglutid nach 26 Wochen um 6,7 Prozent. Mit zusätzlich 75 Milligramm Trevogrumab waren es nur 3,3 Prozent. Regeneron will diese Dosis nun weiterentwickeln. Für Novo ist das strategisch relevant: Sollte sich der Muskelerhalt in größeren Studien bestätigen, könnte Semaglutid künftig Teil einer Kombination werden, die nicht nur auf möglichst viel, sondern auf qualitativ besseren Gewichtsverlust zielt.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

