Renk stürzt weiter ab
Darum versetzt dieser Analyst der Aktie jetzt den Todesstoß!
Die Lage bei der Aktie von Panzergetriebehersteller Renk spitzt sich weiter zu, nachdem die Bank of America die Anteile am Donnerstagmorgen herabgestuft hat.
- BofA senkt Renk auf Halten und kürzt Kursziel
- Aktie fällt nach Bruch der 40-Euro-Marke weiter
- Zweifel am Boom nach 2030 drücken Renk-Aktie
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Renk-Aktie in der Krise: Mehr als die Hälfte ist schon weg
Um die Aktie des Augsburger Getriebeherstellers und Rüstungskonzern Renk steht es schon seit Monaten schlecht. Das Kursgeschehen wird von einem hartnäckigen Abwärtstrend bestimmt, der eine Reaktion auf eine zuvor sowohl technisch als auch fundamental heiß gelaufene Rallye ist.
Dazu kommt die Sorgen, die deutsche Rüstungsbranche um Renk und Rheinmetall könnte mit einem Fokus auf gepanzerte Landfahrzeuge an den Anforderungen einer von Drohnen veränderten Kriegsführung vorbeiproduzieren. Auch die stark gestiegenen Anleiherenditen belasten den Kurs.
Die Bank of America kassiert ihre Kaufempfehlung
Nach einer Kurszielsenkung durch die US-Großbank JP Morgan zum Wochenauftakt geriet das Papier weiter unter Druck, musste die Unterstützung bei rund 40 Euro aufgeben und rutschte damit auf den tiefsten Stand seit dem Zoll-Crash im vergangenen Jahr ab.
Auch am Dienstag und Mittwoch hielten die Verluste an, da die Käuferinnen und Käufer jede Gegenwehr vermissen ließen. Jetzt hat am Donnerstagmorgen schließlich die Bank of America jede Hoffnung auf einen zeitnahen Rebound zunichte gemacht. Das Institut stufte Renk ab und sorgte damit für eine Verschärfung der Kurskrise.
Zweifel an der Dauerhaftigkeit des Nachfragebooms
Analyst David Holmes galt bislang als Fan der Aktie mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 62,50 Euro. Nun allerdings hat er seine Einschätzung revidiert. Er stufte Renk auf "Halten" ab und strich sein Kursziel auf 42,50 Euro zusammen. Damit sieht er für das ohnehin angeschlagene Papier kaum noch Aufwärtspotenzial. Holmes gilt laut dem Vergleichsportal für Wall-Street-Analystinnen und -Analysten allerdings als nicht sehr zuverlässiger Experte.
Holmes verweist in seiner Studie zwar auf eine signifikante Kapazitätsausweitung von 700 Getriebesystemen in 2026 auf 1.800 bis 2.000 Antriebsstränge in 2030, wofür auch eine breite Nachfrage herrsche. Er sieht jedoch Bedenken für die Zeit nach 2030 und zweifelt an der Dauerhaftigkeit des gegenwärtigen Auftragsbooms. Genau davon hänge die aktuelle Unternehmensbewertung jedoch ab. Von einer Verkaufsempfehlung habe das Papier nur bewahrt, dass die Aktie in diesem Jahr schon mehr als 20 Prozent gefallen ist.
Nach dem Downgrade kommt Renk jetzt bei insgesamt 17 Einschätzungen 12 Mal auf "Kaufen", 3 Mal auf "Übergewichten" sowie auf zwei neutrale Bewertungen, womit die Aktie mehrheitlich noch immer zum "Kaufen" empfohlen ist. Der faire Wert wird im Mittel mit 63,04 Euro angegeben, was ein Aufwärtspotenzial von mehr als zwei Dritteln impliziert.
Aktie rauscht auf tiefsten Stand seit April 2025
Auch wenn die Trefferquote des BofA-Analysten äußerst schlecht ist, verfehlen die erneut schlechten Nachrichten zur Aktie ihre Wirkung nicht. Die fällt am Donnerstagvormittag um fast 4 Prozent und setzt ihre Talfahrt damit ungebremst fort. Nach dem Unterschreiten der Unterstützung bei 40 Euro steht einem Aufprall bei 30 Euro praktisch nichts mehr im Wege. Angesichts der ausgeprägten technischen Schwäche muss daher mit weiteren Verlusten gerechnet werden.
Mit relativer Stärke präsentiert sich am Donnerstag hingegen die Aktie von Hensoldt. Hier hat BofA-Analyst Holmes seine Kaufempfehlung bekräftigt und das Kursziel auf 94 Euro angehoben und die Aktie zudem auf die "Small-and Midcap Europe Best Ideas"-Liste gesetzt. Er sieht das Unternehmen mit seiner Expertise im Bereich Luftraumverteidigung, Überwachungslösungen und elektronische Kriegsführung gut für nachhaltiges Wachstum aufgestellt, das "der entscheidende Faktor für die Bewertungen in der Rüstungsbranche" sei. Die Aktie legte daraufhin etwas mehr als zwei Prozent zu.

wallstreetONLINE RedaktionAber wo bleibt der Kursanstieg
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Fazit: Wenig Aussichten auf eine rasche Erholung
Ein Downgrade durch die Bank of America verschärft die Kurskrise beim Augsburger Getriebehersteller Renk, dessen Aktie inzwischen jeden Halt verloren hat und nun in Richtung 30 Euro fallen dürfte. Analyst David Holmes verweist bei seiner Einschätzung auf die Fragwürdigkeit eines andauernden Nachfragebooms über 2030 hinaus – und empfiehlt stattdessen die Aktie von Mitbewerber Hensoldt zum Kauf.
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung steht nach den anhaltenden Kursverlusten ein KGVe 2026 von 28,0 zu Buche. Das ist im internationalen Vergleich noch immer zu hoch, selbst für 2027 liegt Renk mit einem geschätzten Gewinnvielfachen von 19,8 über dem Branchendurchschnitt von 19,0. Das zeigt, dass das fundamentale Abwärtspotenzial noch nicht vollständig abgerufen ist und weitere Verluste durchaus gerechtfertigt sind. Wer hier einsteigen möchte, sollte tatsächlich bis 30 Euro oder wenigstens auf eine nachhaltige, mehrwöchige Bodenbildung im Chart warten.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

