8-Milliarden-Wette
Mehr als 40 % vom Umsatz in Gefahr? Sanofis Plan gegen das Patent-Aus
Sanofi zahlt Regeneron bis zu acht Milliarden Dollar für vier neue Antikörper. Der Grund: Seinem Kassenschlager Dupixent droht das Patent-Aus. Die Aktie zieht an. Doch geht die Wette der neuen Chefin auf?
- Sanofi und Regeneron entwickeln vier Antikörper
- Dupixent liefert über 40 Prozent von Sanofis Umsatz
- Bis neue Antikörper Umsatz bringen, vergehen Jahre
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Sanofi sucht den Nachfolger für seinen größten Kassenschlager. Der französische Pharmakonzern zahlt seinem amerikanischen Partner Regeneron eine Milliarde US-Dollar vorab. Hinzu kommen Meilensteinzahlungen von bis zu sieben Milliarden US-Dollar. Dafür entwickeln beide Unternehmen vier neue Antikörper, die an das Erfolgsmedikament Dupixent anknüpfen sollen. Das teilten die Partner am Donnerstag mit. Die Sanofi-Aktie stieg.
Dupixent behandelt mehr als 1,5 Millionen Patientinnen und Patienten in neun Anwendungsgebieten, darunter Neurodermitis und Asthma. Das Medikament blockiert Botenstoffe des Immunsystems, die Entzündungen auslösen. Die neuen Kandidaten setzen an derselben Stelle an. Sie sollen aber länger im Körper bleiben. Noch stehen die Projekte am Anfang. Nur ein Wirkstoff wird bereits in einer frühen Studie gegen Neurodermitis getestet. Die übrigen drei sollen 2027 erstmals am Menschen erprobt werden.
Wettlauf gegen das Patentende
Der Zeitdruck ist groß. Dupixent spielte im zweiten Quartal 5,15 Milliarden Euro ein, zu konstanten Wechselkursen ein Plus von 37,6 Prozent. Damit stammen mehr als 40 Prozent des Konzernumsatzes aus einem einzigen Medikament. In den Vereinigten Staaten endet der Patentschutz laut dem Fachportal Fierce Pharma im März 2031. Sanofi nennt den Deal deshalb einen ersten Schritt, um die Wirkstoffpipeline rechtzeitig aufzufüllen. Die neue Chefin Belén Garijo, zuvor an der Spitze des Darmstädter Merck-Konzerns, will damit den "Innovationsmotor" zünden.
Die Analysten von Jefferies loben den Vorstoß. Die Projekte befänden sich zwar in einem frühen Stadium, die Erweiterung sei aber positiv zu werten. Sie zeige, dass die neue Chefin die größten noch beherrschbaren Unsicherheiten für Investoren gezielt angehe.
Rechtsstreit beigelegt
Mit dem Deal begraben die Partner auch ihren Streit um die bisherige Zusammenarbeit. Künftig leitet Regeneron Forschung und Entwicklung. Sanofi übernimmt den weltweiten Vertrieb. Kosten und Gewinne teilen sich beide hälftig. An den Konditionen für Dupixent ändert sich nichts. Zudem erhält Regeneron eine Option auf Sanofis Hoffnungsträger Lunsekimig, sobald die späten Studien gegen die chronisch obstruktive Lungenerkrankung abgeschlossen sind.
→ Prämie sichern
Laut MarketScreener raten die 25 erfassten Analystinnen und Analysten im Schnitt zum Übergewichten. Ihr durchschnittliches Kursziel von 94,06 Euro liegt gut ein Viertel über dem aktuellen Kurs.
Fazit
Sanofi packt das größte Risiko der Aktie an: die Abhängigkeit von Dupixent. Die Vorabzahlung von einer Milliarde Dollar ist für den Konzern gut verkraftbar. Bis die neuen Antikörper Umsatz bringen, vergehen allerdings Jahre. Zudem scheitern viele Wirkstoffe in frühen Studien. Bis dahin trägt das starke Wachstum von Dupixent die Aktie. Wer einsteigen will, braucht Geduld bis zum Ende des Jahrzehnts.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
