Brent wieder über 100 Dollar
Rohöllieferungen auf Vorkriegsniveau, aber China verhängt Exportstopp
Die Ölpreise steigen am frühen Handel am Donnerstag. Die Ursache, warum Brent wieder über die 100er-Marke geht, kommt aber nicht nur aus Nah-Ost.
- Saudi-Arabien nimmt Ölverladung in Yanbu wieder auf
- Angriffe auf Öltanker verdeutlichen Risiken in Hormus
- China stoppt Benzin- und Kerosinexporte im Oktober
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Saudi-Arabien dreht wieder den Ölhahn auf und hat die Beladung von Öltankern am Roten Meer Hafen Yanbu wieder aufgenommen. Zuvor wurde die Ost-West-Pipeline nach schweren Angriffen der Huthis wieder in Betrieb genommen. Analysten sagen, dass die Pipeline aber noch lange nicht ihre volle Kapazität erreicht hat.
Die Ost-West-Pipeline dient als Alternative der Straße von Hormus, Yanbu ist der zentrale Umschlagsort für Öltanker im Roten Meer. Die Schiffe müssen allerdings auch hier eine Meerenge passieren, die wiederum von den Huthis kontrolliert wird.
Gegen die Huthis hat sich mittlerweile eine Militärallianz zwischen Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan gebildet, Großbritannien hat die Betankung von saudischen Düsenjägern in der Luft zugesagt.
Dass auch die Straße von Hormus nach wie vor ohne Gefahren nicht passierbar ist, zeigen die jüngsten Angriffe: gleich drei Rohöltransporter wurden in der Meerenge am Dienstag beschossen, wie Reuters berichtet.
Saudi-Arabien umgeht somit bereits die Straße von Hormus. Jetzt haben sich die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) angeschlossen, mit ihrem Plan "Zero Hormuz".
Die Rohöllieferungen aus dem Nahen Osten nähern sich dem Vorkriegsniveau wieder an, obwohl die Ost-West-Pipeline noch nicht bei voller Kapazität fährt.
Goldman Sachs schätzt, dass sich die Ölexporte aus dem Golf, einschließlich der sogenannten "Dark Exports" von Schiffen, die mit abgeschalteten Ortungstranspondern operieren, in der vergangenen Woche auf 23,3 Millionen Barrel pro Tag erholt haben und damit im Bereich des Durchschnitts für 2025 liegen.
Was den Ölpreis im frühen Handel am Donnerstag bewegt, kommt aus einer ganz anderen Region: China setzt für Oktober seine Treibstoffexporte aus.
Am Donnerstag wurde bekannt, PetroChina hat für Oktober geplante Benzin- und Kerosinlieferungen storniert, um die inländische Versorgung zu sichern. Reuters berichtete zuerst darüber. Bereits zu Beginn der Woche wird den USA auch ein Exportstopp für Diesel diskutiert.
Die Rohöllieferungen werden zwar mehr: aber noch ist davon bei den Raffinerien nichts angekommen. Und eine Verknappung des Weltmarktes für raffiniertes Öl, treibt den Preis.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion
