Preis-Irrsinn trotz Rabatt
78 Cent Unterschied: Berliner zahlen an der falschen Tanke 39 Euro drauf
Der Tankrabatt wirkt. Trotzdem liegen in Berlin bis zu 78 Cent zwischen günstig und teuer – bei 50 Litern macht das satte 39 Euro Unterschied.
- Bis zu 78 Cent Preisunterschied je Liter in Berlin
- Der Tankrabatt senkt Spritpreise zunächst um rund 15 Cent
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Der neue Tankrabatt ist da – doch wer in Berlin an der falschen Zapfsäule hält, kann trotzdem kräftig draufzahlen. Nach Daten von Benzinpreis.de kostete Super E10 am Donnerstagmorgen um 7:38 Uhr im Berliner Schnitt 2,037 Euro je Liter. Die günstigsten geöffneten Stationen verlangten 1,919 Euro. Selbst wenn man die besonders teure Aral an der A115 ausklammert, wurden bei der Esso am Kronprinzessinnenweg 2,699 Euro aufgerufen. Das sind 78 Cent Unterschied je Liter – bei einer 50-Liter-Füllung satte 39 Euro. Die zugrunde liegenden Kraftstoffpreise stammen aus der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt, an die Tankstellen Preisänderungen in Echtzeit melden müssen.
Seit Mitternacht gilt die neue Entlastung: Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt bis zum 31. Dezember um 14,04 Cent je Liter. Einschließlich des geringeren Mehrwertsteueranteils ergibt sich daraus rechnerisch eine Entlastung von rund 17 Cent pro Liter.
Und der Rabatt kommt zunächst tatsächlich weitgehend an. Nach Daten des Preisportals Tankerkönig kostete E10 bundesweit kurz vor Mitternacht noch etwa 2,23 bis 2,24 Euro je Liter. Gegen 6:30 Uhr waren es rund 2,08 Euro – ein Rückgang von etwa 15 bis 16 Cent. Auch bei E5 und Diesel fiel der Durchschnitt in ähnlicher Größenordnung. Eine Garantie, dass jede einzelne Tankstelle exakt 16,7 Cent weitergibt, gibt es allerdings nicht.
Gerade deshalb lohnt der Preisvergleich: Die Berliner Daten zeigen, dass die Unterschiede zwischen einzelnen Stationen den gesamten staatlichen Rabatt um ein Vielfaches übersteigen können. Schon wenige Kilometer können über zweistellige Eurobeträge pro Tankfüllung entscheiden.
Politisch bleibt die Maßnahme umstritten. Allein bei der Energiesteuer rechnet der Bund mit Ausfällen von rund 2,485 Milliarden Euro. Ifo-Chef Clemens Fuest kritisiert, der Rabatt begünstige besonders Vielfahrer mit großen Autos. DIW-Experte Tomaso Duso verweist darauf, dass Haushalte ohne Auto keine direkte Entlastung erhalten, die Maßnahme aber mitfinanzieren. Die Institute plädieren stattdessen für zielgenauere Hilfen.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
Benzin wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +2,49 % und einem Kurs von 3,345USD auf Ariva Indikation (01. Oktober 2026, 11:14 Uhr) gehandelt.

