Teherans gefährlichster Hebel

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    Irans Ölexporte brechen weg – 13 Mio. Barrel der Nachbarn fließen durch Hormus

    Chinas Raffinerien verlieren billige Iran-Barrel und zahlen Rekordaufschläge für Ersatz. Gleichzeitig wächst Teherans Anreiz, den Ölfluss durch Hormus erneut zu stören.

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    Teherans gefährlichster Hebel - Irans Ölexporte brechen weg – 13 Mio. Barrel der Nachbarn fließen durch Hormus

    Der Ölmarkt zog am Donnerstag deutlich an: Brent legte zeitweise mehr als zwei Prozent zu und überschritt erneut die Marke von 100 US-Dollar je Barrel. Zusätzlichen Druck brachte ein Reuters-Bericht, wonach chinesische Raffinerien ihre Kraftstoffexporte im Oktober weitgehend ausgesetzt haben, um die Versorgung im eigenen Land zu sichern. PetroChina strich demnach geplante Lieferungen von Benzin und Kerosin. Damit trifft eine neue Verknappung bei Ölprodukten auf einen Markt, in dem iranisches Rohöl ohnehin zunehmend verschwindet.

    Wie Oilprice.com berichtet, nahm China im September nur noch rund 475.000 Barrel iranisches Rohöl pro Tag ab, weniger als halb so viel wie im August. Seit dem 26. September blieben neue Ankünfte praktisch aus. Gleichzeitig erholt sich Chinas Rohölnachfrage wieder. Unabhängige Raffinerien müssen deshalb verstärkt auf teurere Lieferungen aus Russland, dem Nahen Osten, Westafrika und Südamerika ausweichen.

    Der Einbruch geht auf die US-Blockade zurück. Noch im März hatte Iran über die Insel Kharg rund 1,8 Millionen Barrel täglich verladen. Im Mai waren es nur noch 260.000 Barrel. Nach einer vorübergehenden Lockerung stiegen die Mengen im Juli auf 890.000 Barrel, doch im September wurden im Persischen Golf keine neuen iranischen Verladungen mehr beobachtet.

    Auch der bisherige Puffer schrumpft. Mitte April lagen rund 160 Millionen Barrel iranisches Öl auf See, inzwischen sind es laut Kpler nur noch etwa 86 Millionen. Davon stecken 23 Millionen Barrel im Persischen Golf fest. Gleichzeitig sind die Lager an Land zu rund 60 Prozent gefüllt und enthalten etwa 70 Millionen Barrel. Damit wächst der Druck auf Teheran, die Förderung zu kürzen.

    Für Chinas Raffinerien wird Ersatz immer teurer. Die Aufschläge für russisches ESPO-Rohöl stiegen bereits auf einen historischen Höchststand von 28 US-Dollar je Barrel gegenüber Brent. Gleichzeitig versucht Peking nun offenbar, mehr Kraftstoff im eigenen Land zu halten.

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    Das größte Risiko bleibt die Straße von Hormus. Während Irans eigene Exporte wegbrechen, fließen dort weiterhin rund 13 Millionen Barrel Öl anderer Produzenten pro Tag. Für Teheran wächst damit der wirtschaftliche Anreiz, diesen Strom erneut zu stören. Eine neue Unterbrechung würde China noch härter in den Kampf um Ersatzöl treiben – und einen ohnehin angespannten Weltmarkt zusätzlich treffen.

    Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion



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