+55 Prozent bei der Kernmarke
NIO dreht auf: Diese Premium-Stromer treiben jetzt das Wachstum
NIO steigert die Auslieferungen deutlich. Vor allem ES8, ES9 und FIREFLY treiben das Wachstum, während ONVO schwächelt und Margen im Fokus bleiben.
- NIO liefert im September 37.408 Elektroautos aus
- ES8 und ES9 treiben NIOs Wachstum bei großen Premium-SUVs
- FIREFLY wächst, ONVO schwächelt, Margen im Fokus
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NIO hat im September weltweit 37.408 Fahrzeuge ausgeliefert. Damit steigerte der chinesische Elektroautobauer seine konzernweiten Auslieferungen gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,7 Prozent. Bei sämtlichen Fahrzeugen handelt es sich um reine Elektroautos. Die Auslieferungen verteilen sich auf die drei Marken NIO, ONVO und FIREFLY. Eine Aufteilung nach einzelnen Ländern veröffentlichte der Konzern nicht. Besonders stark entwickelte sich die Premium-Kernmarke NIO. Sie kam im September auf 21.318 Fahrzeuge und damit auf 55,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. ONVO steuerte 8.763 Fahrzeuge bei, FIREFLY weitere 7.327. Die kleine Premium-Elektromarke verbuchte damit ein Plus von 26,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Einen wesentlichen Anteil am Erfolg der Kernmarke haben derzeit die großen Elektro-SUVs ES8 und ES9. Der ES8 erreichte am 20. September, genau ein Jahr nach seiner Markteinführung, bereits 150.000 kumulierte Auslieferungen. Nach Angaben von NIO lag das Modell damit in seinem ersten Verkaufsjahr sowohl unter den großen SUVs als auch bei Fahrzeugen oberhalb von 400.000 Yuan (52.800 Euro) an der Spitze. Der noch höher positionierte ES9 knackte nur 119 Tage nach dem Start der Auslieferungen die Marke von 30.000 Fahrzeugen und führte zuletzt drei Monate in Folge das Segment batterieelektrischer Autos oberhalb von 500.000 Yuan an.
Wie wichtig beide Modelle für NIO geworden sind, zeigen die August-Zahlen: ES8 und ES9 kamen zusammen auf 17.480 Auslieferungen und stellten damit rund 83 Prozent des Absatzes der Kernmarke. Besonders der ES9 hebt sich mit seiner 900-Volt-Architektur, der Positionierung als großer sechssitziger Premium-SUV und der Unterstützung von NIOs Batteriewechsel-System von vielen Wettbewerbern ab. Genau diese Infrastruktur gehört zu NIOs wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen. Kunden können ihre Batterie an speziellen Stationen automatisiert gegen einen geladenen Akku tauschen, statt ausschließlich auf klassische Schnelllader angewiesen zu sein. Im August eröffnete NIO bereits seine 4.000. Batteriewechselstation.
Auch auf Quartalssicht bleibt das Wachstum kräftig. Von Juli bis September lieferte NIO 109.178 Elektroautos aus, 25,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit traf der Konzern seine Prognose von 108.000 bis 111.000 Fahrzeugen. In den ersten neun Monaten summierten sich die Auslieferungen auf den Rekordwert von 300.301 Einheiten, ein Plus von 49,2 Prozent.
Allerdings wächst nicht jede Marke gleichermaßen. Während die Kernmarke NIO und FIREFLY derzeit für Schwung sorgen, steht ONVO stärker unter Druck. Im dritten Quartal gingen die Auslieferungen der Familienmarke gegenüber dem Vorjahr um 26,4 Prozent zurück. FIREFLY wiederum war im September der wichtigste Treiber des monatlichen Anstiegs: Von den zusätzlich 1.572 Fahrzeugen gegenüber August entfielen 1.475 auf die junge Marke.
Für Anleger wird nun entscheidend, ob NIO seine starke Stellung bei großen Premium-Elektro-SUVs ausbauen und das hohe Absatzwachstum zugleich in höhere Margen übersetzen kann. Der ES8 und der ES9 zeigen, dass NIO auch in hochpreisigen Segmenten große Stückzahlen erreichen kann. Gleichzeitig liefert das Batteriewechsel-Netz einen Ansatz zur Differenzierung in einem chinesischen Elektroautomarkt, in dem der Wettbewerb zwischen NIO, BYD, Tesla, Li Auto und zahlreichen weiteren Herstellern enorm ist.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion

