Bouygues, Telenor, Digi Spain:
Bei diesen Telekom-Aktien sehen Analysten nach dem Kursrutsch Chancen
SpaceX und KI-Agenten haben die Kurse von Europas Telekomaktien kräftig gedrückt. Berenberg hält die Sorgen für übertrieben, setzt auf weitere Übernahmen in der Branche.
- Berenberg hält SpaceX- und KI-Sorgen für übertrieben
- Berenberg erwartet weitere Übernahmen in Europa
- Bouygues, Orange und Telenor gelten als Gewinner
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Für Anleger in europäischen Telekomwerten war der Sommer ungemütlich. Im Juni rutschte der Sektor um 15 Prozent ab, weil die Satellitenkonkurrenz von SpaceX-Sorgen bereitete. Im September folgte ein weiteres Minus von 5 Prozent, diesmal wegen der Angst vor KI-Agenten, die Kunden automatisch zu billigeren Tarifen lotsen könnten. Der Vorsprung gegenüber dem Gesamtmarkt seit Jahresbeginn ist damit dahin.
Die Analysten von Berenberg halten beide Gefahren für überzeichnet. Satelliten fehle es an Spektrum und Abdeckung in Gebäuden, um mit 4G und 5G mitzuhalten. Und dass Verbraucher für ein paar Euro Ersparnis ihre Bankdaten einer KI überlassen, bezweifelt das Team.
Viel wichtiger sei die weitere Konsolidierung der Branche. Nach dem SFR-Deal in Frankreich und dem Griff der Poste Italiane nach TIM erwarten die Experten Übernahmen in Skandinavien, Deutschland, Italien und Spanien.
Als Gewinner sieht Berenberg die französische Branchengröße Bouygues. Die Bank nimmt die Aktie mit Kaufempfehlung und einem Kursziel von 55 Euro neu auf. Mit SFR könne der Telekomumsatz um die Hälfte wachsen, der Cashflow des Konzerns um rund 30 Prozent zulegen. Auch Orange profitiert vom französischen Deal, beim Ziel von 20 Euro winken knapp 40 Prozent Plus.
Telenor wird auf Kaufen hochgestuft, Kursziel 154 Kronen. Eine Übernahme von Tre in Schweden und Dänemark würde den Cashflow um fast 30 Prozent steigern. Ebenfalls mit Kaufen startet Digi Spain (Ziel 7,60 Euro), der Herausforderer mit eigenem Glasfasernetz. Die Mutter Digi Communications erhält dagegen nur ein Halten.
Auf der Verliererseite stehen Tele2, abgestuft auf Verkaufen mit Ziel 140 Kronen, und Telefónica, deren Kursziel auf 3,20 Euro sinkt. In Deutschland rückt 1&1 ins Blickfeld: Vodafone oder Telefónica könnten zugreifen, falls United Internet verkaufen will. Berenberg rät zum Kauf, Ziel 30 Euro.
Teuer ist die Branche aus Sicht der Analysten nicht. Das KGV liegt mit knapp 14 auf Marktniveau, der freie Cashflow soll in den kommenden fünf Jahren aber um 50 bis 70 Prozent wachsen.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

