Ölmarkt am Kipppunkt
Ölpreisprognose: Ist das jetzt die Wende für Brent? Luft für Ölaktien wird dünn
Die Angebotssituation auf dem Ölmarkt scheint sich zu entspannen. Brent-Öl und WTI-Öl gaben zuletzt etwas nach. Die Luft für die Aktien der Ölunternehmen wird immer dünner.
- Brent fällt unter 100 Dollar, Ölangebot wächst
- Ohne US-Iran-Abkommen bleibt der Ölmarkt fragil
- EOG-Aktien unter 140 Dollar, Aufwärtstrend gefährdet
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Aktuelle Ölpreisentwicklung: Befindet sich der Ölmarkt an einem Kipppunkt?
Leichte Anzeichen der Entspannung sind derzeit am Ölmarkt auszumachen. Der Preis für Brent-Öl rutschte zuletzt unter die Marke von 100 US-Dollar. Noch vor wenigen Tagen notierte der Ölpreis nahe der Marke von 110 US-Dollar. Ein weiterer Aspekt spricht für eine zumindest vorübergehende Entspannung – der Spread zwischen Brent-Öl und WTI-Öl reduziert sich. Zur Stunde liegt er im Bereich von 8 US-Dollar. Noch zu Wochenbeginn waren Werte von 11 oder 12 US-Dollar zu beobachten. Im Normalfall bewegt sich der Preisunterschied zwischen den beiden Ölsorten im Bereich von 2 bis 4 US-Dollar.
Die jüngste Entwicklung zeigt somit, dass Brent-Öl zwar nach wie vor mit einem Risikoaufschlag gehandelt wird, dieser aber geringer wird. Das könnte an dem verbesserten Ölangebot liegen. Den Nahen Osten verlässt immer mehr Öl. Somit könnte sich der Ölmarkt tatsächlich an einem Kipppunkt befinden, bestätigt ist das aber noch nicht.
Ölmarkt: Wie nachhaltig ist die Entspannung?
Das ist die entscheidende Frage derzeit. Bereits in den letzten Wochen und Monaten gab es Phasen der deutlichen Entspannung. Nachhaltig waren sie indes nicht. Immer wieder jagten die Ölpreise nach oben. Solange es keine belastbare Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran gibt, den Konflikt zu beenden, bleibt die Lage fragil. Jederzeit muss daher mit erneut anziehenden Ölpreisen gerechnet werden. Diese Unsicherheit dürfte die Anleiherenditen daher oben halten und Gold und Silber sowie DAX, Dow Jones Industrial etc. belasten. Ob die OPEC+ bei ihrem am Wochenende stattfindenden Treffen beschließt, den Ölhahn ab November weiter aufzudrehen, darf bezweifelt werden. Insofern ist auch von dieser Seite wohl keine weitere Entspannung zu erwarten.
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Luft wird dünn - Ölaktien in Bedrängnis
Die leicht rückläufigen Ölpreise haben bereits dafür gesorgt, dass die ersten Ölaktien in Bedrängnis gekommen sind. Es dürfte spannend werden, sollte es mit den Ölpreisen tatsächlich deutlicher nach unten gehen.
Neben den Großen, wie Exxon Mobil, Chevron, BP, Shell etc. leiden vor allem Aktien aus der zweiten Reihe, wie etwa EOG Resources, unter Gewinnmitnahmen.
In der letzten Kommentierung zu EOG Resources an dieser Stelle thematisierten wir die starken Quartalszahlen des Unternehmens und die spannende charttechnische Konstellation der Aktie, nahm diese doch damals den zentralen Widerstandsbereich 150 / 153,5 US-Dollar ins Visier. Zwischenzeitlich hat sich das Chartbild nachhaltig eingetrübt.
Der Aktie gelang es in der Folgezeit nicht, sich oberhalb von 153,5 US-Dollar zu etablieren. Verkäufe setzten schließlich ein und drückten die Aktie unter die äußerst wichtige Marke von 140 US-Dollar. Damit steht auch der mittelfristige Aufwärtstrend (grün dargestellt) zur Disposition. Dieser wurde bereits leicht unterschritten. Ein signifikanter Rutsch der Aktie unter die 140 US-Dollar würde den Trendbruch schließlich bestätigen. Sollte es hierzu kommen, könnten sich zügig weitere Abgaben in Richtung 125 US-Dollar anschließen.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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