Bis zu 23 Prozent teurer
Preisschock bei Flüssiggas: Aramco und Sonatrach erhöhen kräftig
Saudi Aramco und Sonatrach erhöhen ihre LPG-Preise deutlich. Höhere Ölpreise und starke Nachfrage treiben Propan und Butan im Oktober kräftig nach oben.
- Aramco hebt LPG-Preise im Oktober um bis elf Prozent
- Sonatrach hebt Preise um bis zu 23 Prozent
- Ölpreise und Nachfrage treiben LPG-Preise nach oben
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Saudi Aramco und der algerische Energiekonzern Sonatrach drehen bei Flüssiggas kräftig an der Preisschraube. Für Oktober hebt der saudische Ölkonzern seine offiziellen Verkaufspreise für LPG um neun bis elf Prozent an. Sonatrach geht noch deutlich weiter und erhöht seine Referenzpreise um 20 bis 23 Prozent. Händler führen den Preissprung auf höhere Ölpreise und eine stärkere Nachfrage auf den Weltmärkten zurück. Saudi Aramco verlangt für Propan künftig 680 US-Dollar je Tonne. Das sind 55 US-Dollar mehr als im September. Der Preis für Butan steigt sogar um 70 US-Dollar auf 730 US-Dollar je Tonne. Damit setzt sich der Aufwärtstrend fort: Bereits im September lagen die saudischen Referenzpreise bei 625 US-Dollar für Propan und 660 US-Dollar für Butan.
Noch drastischer fällt die Erhöhung bei Sonatrach aus. Der algerische Staatskonzern hebt den Oktoberpreis für Propan um 110 US-Dollar auf 670 US-Dollar je Tonne an. Butan verteuert sich um 140 US-Dollar auf 750 US-Dollar je Tonne. Die Preisentscheidungen haben weit über Saudi-Arabien und Algerien hinaus Bedeutung. Aramcos LPG-Preise dienen als zentrale Referenz für Lieferverträge aus dem Nahen Osten in die Asien-Pazifik-Region. Die Preise von Sonatrach werden dagegen vor allem im Mittelmeerraum und in der Schwarzmeerregion einschließlich der Türkei als Benchmark verwendet.
Für Verbraucher und Unternehmen ist LPG vor allem in Form von Propan und Butan relevant. Beide Gase werden unter anderem zum Heizen, als Autokraftstoff sowie als Ausgangsstoff in der Chemie- und Petrochemieindustrie eingesetzt. Höhere Referenzpreise können deshalb entlang der Lieferkette steigende Kosten für Händler, Industriebetriebe und je nach regionaler Weitergabe auch für Endkunden bedeuten. Der Preissprung fällt in eine ohnehin angespannte Phase an den Energiemärkten. Die Ölpreise legten am Donnerstag um rund zwei Prozent zu. Brent stieg zeitweise wieder über die Marke von 100 US-Dollar je Barrel. Zusätzlichen Druck liefert China: Die Regierung hat Raffinerien angewiesen, im Oktober vorerst keine Ölprodukte mehr außerhalb Hongkongs und Macaus zu exportieren.
Damit könnte sich das Angebot an wichtigen Kraftstoffen auf dem Weltmarkt weiter verknappen. Hinzu kommen weiterhin hohe Transportkosten und Unsicherheiten rund um den Persischen Golf. Wegen Störungen an wichtigen Transportwegen hatte Saudi Aramco zuletzt sogar Preisnachlässe für bestimmte Rohöllieferungen erwogen, um Kunden die stark gestiegenen Frachtkosten teilweise auszugleichen. Für Saudi Aramco ist der LPG-Preissprung grundsätzlich positiv, sofern sich die höheren Preise am Markt durchsetzen lassen: Steigende Verkaufspreise erhöhen das Erlöspotenzial im Flüssiggasgeschäft. Auf der Gegenseite wächst der Kostendruck für petrochemische Unternehmen und andere große LPG-Verbraucher. Entscheidend wird nun sein, ob die höheren Oktoberpreise nur eine kurzfristige Reaktion auf den angespannten Energiemarkt bleiben oder den Beginn einer länger anhaltenden Preisphase markieren.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion

