Milliardenmarkt Drohnenabwehr
Blackstone greift im Rüstungsboom an – mit einer Milliardenplattform
Blackstone investiert über eine Milliarde US-Dollar in Falcata und setzt damit gezielt auf den wachsenden Markt für Drohnenabwehr und Militärtechnologie.
- Blackstone steckt über eine Milliarde in Falcata
- Falcata bündelt Sensoren und günstige Drohnenabwehr
- Pentagon-Aufträge treiben die Drohnenabwehr voran
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Blackstone baut sein Engagement im Verteidigungssektor massiv aus. Der weltgrößte alternative Vermögensverwalter investiert mehr als eine Milliarde US-Dollar in den Aufbau des neuen Militärtechnologieunternehmens Falcata. Nach einem Bericht von Bloomberg werden dafür die beiden Portfoliounternehmen Applied Systems Engineering und Technology Service Corporation zusammengeführt. Die Finanzierung soll sowohl über Eigen- als auch über Fremdkapital erfolgen.
Im Mittelpunkt steht ein Problem, das moderne Streitkräfte zunehmend beschäftigt: Günstige Drohnen und andere preiswerte Waffensysteme können mit vergleichsweise teuren klassischen Abwehrsystemen nur schwer wirtschaftlich bekämpft werden. Falcata soll deshalb Technologien entwickeln und bündeln, mit denen sich solche Bedrohungen kostengünstiger erkennen, verfolgen und abwehren lassen. Bloomberg zufolge plant Blackstone außerdem, weitere Unternehmen zu kaufen und in die neue Plattform zu integrieren.
Die technologische Basis ist bereits vorhanden. Technology Service Corporation entwickelt unter anderem Radarsensoren, Suchköpfe und Komponenten für Präzisionswaffen. Das Unternehmen bietet mit Aquila beispielsweise einen kompakten Radarsucher an, der speziell für die Bekämpfung kleiner unbemannter Fluggeräte entwickelt wurde. Die Technik kann sowohl mit kinetischen als auch mit nicht-kinetischen Abwehrsystemen kombiniert werden. Applied Systems Engineering bringt seinerseits Know-how bei Flugsteuerungen, Avionik, Navigationssystemen und Abschussvorrichtungen für kleine Drohnen und Munition ein. Das Unternehmen entwickelt seit Jahrzehnten Systeme für militärische Anwendungen, darunter Zieldrohnen, Flugsteuerungscomputer und Waffenplattformen.
Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Pentagon die Drohnenabwehr massiv hochfährt. Eine neue US-Militärinitiative hat zuletzt Auftragsrahmen im Umfang von nahezu sieben Milliarden US-Dollar für Technologien zur Erkennung und Bekämpfung unbemannter Systeme geschaffen. Dabei setzt das US-Militär ausdrücklich auf einen Mix aus Sensoren, elektronischer Kampfführung und klassischen Abfangsystemen. Für Blackstone passt Falcata damit in einen größeren Strategiewechsel. Der Vermögensverwalter bezeichnet Verteidigung inzwischen als strukturellen Wachstumstrend. Nach eigenen Berechnungen dürften die Verteidigungsausgaben zwischen 2022 und 2027 in Deutschland um rund 120 Prozent, in Japan um 94 Prozent und in den USA um 71 Prozent steigen. Blackstone sieht dabei zunehmend nicht fehlendes Kapital, sondern Produktionskapazitäten, Technologie und Lieferketten als Flaschenhals.
Falcata soll offenbar genau in diese Lücke stoßen. Statt allein auf große und teure Waffensysteme zu setzen, bündelt Blackstone Unternehmen, die Sensoren, Drohnen, Steuerungstechnik und kostengünstigere Abwehrlösungen entwickeln können. Weitere Zukäufe könnten die Plattform erheblich verbreitern. Für die Blackstone-Aktie ist die Investition gemessen an dem verwalteten Vermögen von mehr als 1,3 Billionen US-Dollar zwar überschaubar. Strategisch ist sie dennoch bemerkenswert: Blackstone baut damit gezielt eine eigene Konsolidierungsplattform in einem der derzeit am stärksten wachsenden Bereiche der Rüstungsindustrie auf.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion

