Trump könnte Rückzieher machen
USA: Nach China – Kommt jetzt der Exportstopp für Diesel?
Die USA sind uneins, ob sie einen Exportstopp für Diesel durchsetzen wollen. China greift mittlerweile zu diesem Schritt.
- Republikaner fordern US-Stopp für Diesel-Exporte
- Exportstopp könnte Preise senken, bleibt umstritten
- China verhängt im Oktober einen Diesel-Exportstopp
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Mehrere republikanische Abgeordnete fordern angesichts steigender Preise, die die Wähler in den umkämpften Bundesstaaten unter Druck setzen, Beschränkungen für US-Diesel-Exporte.
Obwohl US-Präsident Donald Trump einen solchen Schritt zunächst befürwortete, räumt er jetzt Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit eines Exportverbots ein.
US-Energieminister Chris Wright, der ebenfalls Vorbehalte geäußert hat, brachte die Idee ins Spiel, dass US-Raffinerien ihre Dieselexporte freiwillig reduzieren und europäische Länder ihre strategischen Reserven freigeben könnten.
Ein vollständiges oder teilweises US-Exportverbot könnte vorübergehend Entlastung bringen, da das Land mehr Dieselkraftstoff einlagert und seine inländischen Vorräte auffüllt. Die Preise würden in den USA wahrscheinlich sinken.
Allerdings ist die Menge an Kraftstoff, die von der Golfküste, wo sich die meisten US-Raffinerien konzentrieren, transportiert werden kann, durch die bereits ausgelasteten Pipelines begrenzt. Zudem benötigt der Transport von Tankern aus Bundesstaaten wie Texas und Louisiana nach Kalifornien und New York Zeit.
Und: Die Erdölkonzerne werden die Vorteile einer vorübergehenden Senkung der Benzinsteuer möglicherweise nicht vollständig an die US-Verbraucher weitergeben. Laut einer Studie des Bipartisan Policy Center, einer Denkfabrik in Washington, könnten die Preise um 10 bis 16 Cent pro Gallone sinken. Unabhängige Haushaltsanalysen deuten darauf hin, dass dem Staat monatlich Milliarden von US-Dollar an Steuereinnahmen entgehen würden, was das Bundesdefizit weiter erhöhen würde.
Der Exportstopp, als Hebel die Zwischenwahlen zu retten, wäre dann ein zahnloser Tiger. Was sich zunächst gut anhörte, gerät jetzt immer mehr in die Kritik. Daher sind die Aussagen Trumps zu einem Diesel-Exportstopp der USA jetzt nicht mehr so eindeutig, wie sie noch in der vergangenen Woche waren.
China indes ist bereits vorausgeeilt, und hat für den Oktober einen Diesel-Exportstopp verhängt.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion


