Investoren sollen zahlen
Amazon schiebt Nvidia-Chips für 8 Milliarden Dollar aus der Bilanz
Der Konzern plant Ausgaben in Rekordhöhe. Jetzt sollen externe Investoren sogar Nvidia-Chips finanzieren, die Amazon selbst weiter nutzen will.
- Amazon prüft Rückmietmodell für Nvidia-Chips
- Externe Investoren sollen KI-Hardware finanzieren
- Teure Chips verlieren binnen fünf Jahren an Wert
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Amazon prüft einen ungewöhnlichen Finanzierungsdeal für seine KI-Offensive: Nvidia-Chips im Wert von rund 8 Milliarden US-Dollar (etwa 7,1 Milliarden Euro) sollen in eine eigens gegründete Gesellschaft ausgelagert und anschließend zurückgemietet werden. Laut Financial Times führt der Konzern bereits Gespräche mit Investoren. Betroffen wären Tausende Grace-Blackwell-Chips, die in mehr als einem Dutzend US-Rechenzentren installiert sind.
Die Konstruktion würde Amazon erlauben, die teure Hardware weiter zu nutzen, ohne sie vollständig auf der eigenen Bilanz zu halten. Die neue Gesellschaft soll sich über Anleihen und externe Investoren finanzieren; bis zu 10 Prozent der Anteile könnten verkauft werden. Amazon würde die Chips anschließend zurückleasen. Vereinfacht gesagt: Der Konzern behält Zugriff auf die Rechenleistung, bindet aber weniger eigenes Kapital in der Hardware.
Der Schritt zeigt, wie groß der Finanzierungsbedarf hinter dem KI-Ausbau inzwischen ist. Amazon rechnet für dieses Jahr mit Investitionsausgaben von rund 220 Milliarden US-Dollar, der Großteil davon soll in KI-Infrastruktur fließen. Bloomberg Intelligence hält es für möglich, dass die großen Cloud-Konzerne bis 2031 zusammen rund 9 Billionen US-Dollar investieren. Allein 2027 könnten dafür Schuldtitel im Volumen von bis zu 500 Milliarden US-Dollar ausgegeben werden.
Besonders heikel ist die kurze technologische Lebensdauer der Chips. Finanzierungen, bei denen Grafikprozessoren selbst als Sicherheit für Kredite dienen, werden bereits von Unternehmen wie CoreWeave genutzt. Moderne Rechenzentren müssen ihre Hardware Schätzungen zufolge etwa alle fünf Jahre erneuern, um technologisch konkurrenzfähig zu bleiben. Für Investoren bedeutet das: Sie finanzieren extrem teure Vermögenswerte, die vergleichsweise schnell an Wert verlieren können.
Amazon und Nvidia äußerten sich zunächst nicht zu dem Bericht. Sollte der Deal umgesetzt werden, wäre er ein weiteres Beispiel dafür, wie stark die KI-Investitionswelle inzwischen auf neue Finanzierungsmodelle angewiesen ist – und wie selbst die größten Tech-Konzerne versuchen, ihre Bilanzen für weitere Milliardeninvestitionen freizuhalten.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

