Krypto-Hack
388 Millionen US-Dollar weg – Bitget kann nur Bruchteil retten
Bitget kämpft nach dem 388-Millionen-Dollar-Hack um die gestohlenen Kryptos, doch CEO Gracy Chen rechnet kaum noch mit einer größeren Rückholung.
- Nach dem Hack wurden nur 1,1 Mio. Dollar eingefroren
- Bitget trägt Verluste, Kundenguthaben bleiben sicher
- Hacker nutzten Drittanbieter für den Systemzugriff
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Nach dem schweren Cyberangriff auf die Kryptobörse Bitget schwinden die Hoffnungen, einen größeren Teil der gestohlenen Vermögenswerte zurückzuholen. Von den fast 388 Millionen US-Dollar, die bei dem Angriff in der vergangenen Woche entwendet wurden, konnten bislang lediglich 1,1 Millionen US-Dollar eingefroren werden.
"Ich erwarte nicht, dass wir einen großen Teil der Gelder zurückbekommen", sagte Chen gegenüber CNBC. Die Erfahrungen mit früheren Angriffen auf Kryptobörsen zeigten, wie schwierig die Wiederbeschaffung gestohlener digitaler Vermögenswerte sei.
Bitget übernimmt finanziellen Schaden selbst
Für die Kunden soll der Angriff dennoch keine direkten finanziellen Folgen haben. Nach Angaben von Bitget blieben die Guthaben der Nutzer vollständig erhalten. Die Börse will den entstandenen Schaden aus eigenen Mitteln tragen.
Eine wichtige Rolle spielt dabei der Schutzfonds des Unternehmens. Vor dem Diebstahl hatte dieser einen Wert von mehr als 464 Millionen US-Dollar. Infolge des Hacks fiel dieser zeitweise auf weniger als 200 Millionen US-Dollar, bevor er wieder auf mehr als 300 Millionen US-Dollar aufgefüllt wurde.
"Wir haben den Fonds mit Bitgets eigenem Kapital wieder aufgefüllt", erklärte Chen.
Auch bei den Reserven versucht die Börse Vertrauen zu schaffen. Der jüngste Proof-of-Reserves-Bericht auf Basis einer Momentaufnahme vom 29. September weist nach Unternehmensangaben eine Gesamtdeckungsquote von 131 Prozent aus. Alle 19 erfassten Vermögenswerte sollen demnach zu mehr als 100 Prozent gedeckt sein.
Angreifer nutzten unbekannte Schwachstelle
Untersuchungen von Mandiant und SlowMist zeigen, dass die Hacker über zwei Sicherheitsprodukte von Drittanbietern in die Systeme eindrangen. Die Angreifer verschafften sich so privilegierten Zugriff auf interne Systeme und umgingen die regulären Auszahlungsprozesse.
Nordkorea-Verdacht bleibt offen
Bitget hatte zunächst auf technische Hinweise verwiesen, die mit bekannten nordkoreanischen Hackergruppen übereinstimmen. Die Untersuchungen bestätigen eine solche Zuordnung bislang jedoch nicht.
Während die Ermittlungen weiterlaufen, nimmt Bitget den Betrieb schrittweise wieder auf. Auszahlungen von Bitcoin, Ethereum und USDT sind bereits wieder möglich.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

