Burry warnt vor Blase
Der Mann, der die Finanzkrise vorhersah, warnt jetzt Nvidia-Anleger
Michael Burry vergleicht den Nvidia-Boom mit einer Spekulationsblase der 60er-Jahre. Auslöser ist eine Folie über den Wert der Chips. Für Nvidia geht es dabei um mehr als nur das Image. Wer behält recht?
- Burry vergleicht Nvidia-Boom mit Blase der 60er
- Nvidia-Folie zum Chipwert birgt Garantierisiken
- Rekordumsatz steht Abschreibungsrisiken entgegen
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Michael Burry nimmt Nvidia erneut ins Visier. Am Donnerstag verglich der Investor die Euphorie um die Grafikprozessoren des Chipkonzerns mit dem Spekulationsrausch um Computer-Leasingfirmen in den 1960er-Jahren. Das berichtet das Finanzportal Seeking Alpha. Auslöser ist eine Investorenpräsentation von Nvidia vom 27. September.
Streit um eine Folie
Die Folie trägt den Titel "Nvidia-Infrastruktur für künstliche Intelligenz behält ihren Wert über beschleunigte Abschreibungspläne hinaus". Ein Diagramm stellt den Restwert der Chips A100, H100 und B200 einer üblichen Abschreibung über fünf Jahre gegenüber. Die Botschaft: Die Chips verlieren langsamer an Wert, als die Bilanzen der Kunden unterstellen. Nvidia-Fans wie der Buchautor Tae Kim feierten die Folie als Schlag gegen die "Abschreibungs-Pessimisten". Burry sieht darin dagegen eine Wiederholung alter Marktillusionen.
Für Nvidia steht mehr auf dem Spiel als das Image. In einem Finanzierungsprogramm über mehr als 500 Milliarden US-Dollar garantiert der Konzern bis zu 25 Prozent des Restwerts seiner Chips, berichtet das Fachportal The Decoder.
Zeitreise ins Jahr 1968
Burry zitiert aus dem Finanzklassiker "The Money Game". Darin verspotten ein "Superspekulant" namens The Great Winfield und junge Händler einen Skeptiker, der nach dem Wertverlust von Computern fragt. Der Bedarf an Computern sei praktisch unendlich, argumentieren sie. Hohe Bewertungen erklären sie mit der "neuen Wirtschaft". Die menschliche Natur sei beständiger als so gut wie jedes andere Merkmal, kommentiert Burry.
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Schon vergangene Woche hatte er vor Abschreibungen bei den großen Technologiekonzernen gewarnt. Nach dem Ausbau von Technologie, Medien und Telekommunikation Ende der 1990er-Jahre drückten Wertberichtigungen die Nettoinvestitionen im S&P 500 zwölf Quartale in Folge ins Minus.
Rekordzahlen als Gegenargument
Nvidia hält mit Zahlen dagegen. Im zweiten Geschäftsquartal verdoppelte der Konzern den Umsatz auf 96,2 Milliarden US-Dollar. Für das laufende Quartal erwartet er 108 Milliarden US-Dollar. Die Nvidia-Aktie notiert bei rund 231 US-Dollar.
Die 61 von Stockanalysis erfassten Analystinnen und Analysten raten im Schnitt zum Kauf. Ihr mittleres Kursziel von 327,70 US-Dollar liegt gut 40 Prozent über dem aktuellen Kurs.
Fazit
Burrys Warnung trifft einen wunden Punkt. Verlieren die Chips schneller an Wert als gedacht, drohen den großen Technologiekonzernen Abschreibungen und Nvidia Garantiezahlungen. Noch sprechen Umsatz und Nachfrage eine andere Sprache. Wer investiert ist, kann dabeibleiben, sollte aber die Investitionspläne der Großkunden genau verfolgen.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
