Nach desaströsen Nike-Zahlen
Stürzen jetzt auch Adidas und Puma noch tiefer in die Krise?
Der US-Sportartikelhersteller Nike hat am Donnerstagabend schwache Quartalszahlen gemeldet, die Aktie fällt. Drohen Adidas und Puma jetzt dasselbe Schicksal?
- Adidas wächst trotz schwachem Branchentrend weiter
- Puma schreibt Verluste, Anta stärkt China-Hoffnung
- Nike schwächelt, Adidas ist attraktiv bewertet
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Desaster bei Nike – was ist jetzt bei Adidas und Puma zu erwarten?
Der US-amerikanische Sportartikelhersteller Nike findet kein Rezept gegen die seit Jahren anhaltende Wachstumskrise. Zwar konnte das Unternehmen die Erwartungen für das vergangene Quartal mit seinen am Donnerstagabend vorgelegten Quartalszahlen übertreffen, doch der Ausblick auf die kommenden drei Monate fiel schwach aus – auch aufgrund weiter rückläufiger Erlöse auf dem lange wichtigen Wachstumsmarkt China.
Den nachbörslich deutlich niedrigeren Notierungen folgten am Freitagmorgen Adidas und Puma, welche vor dem Wochenende mit Verlusten in den Handel starteten. Davon haben sie sich bis zum Mittag dank Kursgewinnen von rund einem Prozent zwar erholen können, trotzdem stellt sich jetzt die Frage, ob den beiden deutschen Mitbewerbern mit Blick auf die anhaltende Talfahrt der Nike-Aktie ein ähnliches Schicksal drohen könnte.
Adidas behauptet sich gegen einen schwachen Branchentrend
Wie Nike handeln auch die Anteile von Adidas in einem hartnäckigen Abwärtstrend, von neuen Mehrjahrestiefs ist das Papier nach einer starken Erholungsrallye zwischen Mai und Juli aber ein gutes Stück entfernt. Dafür gibt es gute Gründe, denn Adidas enttäuschte mit seinem letzten Quartalsbericht aufgrund hoher Marketing-Aufwendungen zwar bei den Margen, konnte sich bei den Erlösen aber gegen den insgesamt schwachen Branchentrend behaupten.
Schon das hebt die Herzogenauracher positiv von Nike ab. Während dessen Erlöse von 51,4 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2024 auf 46,4 Milliarden US-Dollar in den zurückliegenden 12 Monaten gesunken sind, wird bei Adidas für 2026 ein Umsatzergebnis in Höhe von 26,9 Milliarden Euro erwartet gegenüber einem Stand von 23,7 Milliarden Euro in 2024.
Auch der Nettogewinn entwickelt sich hier inzwischen wieder positiv, während die Erträge bei Nike zwischen dem Rekordjahr 2022 von 6,05 auf zuletzt 3,1 Milliarden US-Dollar eingebrochen sind. Die Outperformance der Adidas-Aktie gegenüber den Nike-Anteilen ist daher auf eine operativ deutlich bessere Entwicklung zurückzuführen.
Bei Puma sorgt Anta Sports für neue China-Hoffnung
Bei Puma ist die Ausgangslage schon deutlich vergleichbarer. Während die Nike-Aktie am Freitag vor dem Absturz auf den tiefsten Stand seit September 2013 steht, stand bei Puma Ende letzten Jahres der niedrigste Stand seit 2015 zu Buche. Anders als der deutsche Rivale Adidas hat sich Puma dem schwachen Branchentrend sowie insbesondere dem Absatzeinbruch in China nicht entziehen können.
Wurde 2024 mit 8,82 Milliarden Euro ein Umsatzrekord erzielt, bröckelt das Konzernergebnis schon seit 2022. Damals verdiente Puma unter dem Strich noch 354 Millionen Euro. Allerdings wechselte die Profitabilität das Vorzeichen und so standen im vergangenen Geschäftsjahr Verluste in Höhe von 646 Millionen Euro zu Buche. Auch in diesem Jahr wird mit Verlusten von knapp 220 Millionen Euro gerechnet. Erst 2027 soll Puma wieder Geld verdienen.
Dass die Aktie gegenüber ihrem Allzeithoch bei rund 115 Euro zeitweise über 80 Prozent an Wert verloren hat, so wie sich das gegenwärtig auch für Nike abzeichnet, ist also auf die operativen Einbußen zurückzuführen. Gleichzeitig verfügt Puma mit der Beteiligung des chinesischen Sportbekleidungskonzerns Anta Sports über den besseren Hebel als Nike, auf dem Markt in China in die Erfolgsspur zurückzufinden. Wie bei Adidas könnte daher auch bei Puma das Schlimmste möglicherweise bereits hinter den Anlegerinnen und Anlegern liegen.

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Fazit: Adidas und Puma auf dem aufsteigenden Ast
Mit Blick auf die Bewertung steht gegenüber Nike vor allem Adidas gut da. Während Nike zuletzt trotz fallender Erlöse und Gewinne mit einem KGVe 2026 von 22 bewertet wurde, was einer der gegenwärtig höchsten Werte innerhalb der Sportbekleidungsbranche ist (ausgenommen unprofitable Unternehmen wie Puma), wird Adidas mit dem 15-Fachen seiner erwarteten Gewinne gehandelt. Das ist angesichts eines Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis (PEG) von 0,7 sehr fair.
Zwar bietet Nike aktuell eine Dividendenrendite von 4,6 Prozent, doch da inzwischen 100 Prozent des Gewinns ausgeschüttet werden müssten, wird eine Kürzung immer wahrscheinlicher. Daher sind die für 2026 zu erwartenden 2,44 Prozent von Adidas nicht nur sicherer, sondern auch attraktiver.
Das zeigt, dass Adidas einerseits Aufwärtspotenzial und andererseits Nike über weiteres Abwärtspotenzial verfügt. Puma handelt aktuell außer Konkurrenz, da nach 2027 nach einem weiteren schwachen Jahr 2026 ein Übergangsjahr werden dürfte. Für 2028 steht ein KGVe von 19 zu Buche. Das ist moderat. Hier wird es vor allem auf die Geschwindigkeit der Erholung ankommen, die sich im Unterschied zu Nike in den vergangenen Quartalen aber bereits angedeutet hat.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

