Gegen die Häusermarkt-Angst
Berkshire setzt 2,2 Milliarden Dollar auf eine Aktie, die gerade kaum einer will
Die Aktie von Lennar ist 2026 deutlich gefallen, US-Hypothekenzinsen stehen bei 7,3 Prozent. Trotzdem baut Berkshire seinen Anteil auf rund 11 Prozent aus.
- Berkshire erhöht Lennar-Anteil trotz Kursrückgang
- Hohe Zinsen und Nachfrage belasten Lennars Margen
- Berkshire plant langfristig im US-Häusermarkt
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Berkshire Hathaway baut seine Wette auf den angeschlagenen US-Wohnungsmarkt deutlich aus. Allein in den letzten drei Septembertagen kaufte der Konzern Lennar-Aktien im Wert von 53,9 Millionen US-Dollar (rund 47,7 Millionen Euro) und erhöhte seine Beteiligung damit auf rund 11 Prozent. Der Gesamtwert des Pakets liegt inzwischen bei etwa 2,16 Milliarden US-Dollar (rund 1,91 Milliarden Euro) – nur knapp hinter Vanguard mit 11,2 Prozent.
Der Schritt fällt in eine Phase, in der Lennar operativ unter starkem Druck steht. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn rund 20 Prozent im Minus, während Hypothekenzinsen zuletzt 7,3 Prozent und damit nahezu ein Dreijahreshoch erreichten. Gleichzeitig hat Berkshire seine Position im dritten Quartal mehr als verdoppelt. Für Greg Abel ist das kein kurzfristiger Trade. "Wir rechnen dort nicht mit einer schnellen Erholung", sagte der Berkshire-Chef Anfang September gegenüber CNBC. "Aber wir sehen darin eine Branche, in die wir definitiv investieren wollen, und wir sind langfristig engagiert."
Berkshire setzt damit gleich mehrfach auf eine Erholung des US-Häusermarkts. Im Juli übernahm der Konzern Taylor Morrison Homes für 6,8 Milliarden US-Dollar, daneben gehören Clayton Homes sowie eine kleinere Beteiligung an NVR zum Immobilienportfolio. Lennar selbst versucht derweil, Risiken aus der Bilanz zu drücken und hält weniger eigene Grundstücke. Dafür hat der Konzern große Teile seines Landbestands in Millrose Properties ausgelagert und sich zu festen Übernahmeplänen verpflichtet.
Genau diese Konstruktion sorgt inzwischen für Kritik. Analysten warnen, dass Lennar zwar weniger Grundstücke direkt besitzt, dafür aber in eine starre und teure Finanzierungsstruktur geraten ist. Bei schwacher Nachfrage muss der Konzern entweder Häuser mit Preisnachlässen verkaufen oder Gebühren zahlen, um Verpflichtungen gegenüber Millrose zu vermeiden. Die Margen sind bereits auf ein Niveau gefallen, das nahe an 2008 liegt.
Trotzdem kauft Berkshire weiter. Bloomberg Intelligence wertet das als Vertrauensbeweis in Lennars langfristige Position und in eine spätere Erholung des US-Wohnungsmarkts. Die Botschaft ist klar: Während viele Anleger vor hohen Zinsen und schwacher Nachfrage zurückschrecken, erhöht Berkshire ausgerechnet dort den Einsatz.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

