Brent fällt unter 100 USD
Trump droht Europa mit Export-Stopp für Diesel
Die US-Regierung verlangt von Deutschland und Frankreich die Freigabe ihrer Diesel-Notreserven. Andernfalls droht ein Exportstopp für US-Diesel nach Europa, wie mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen berichten.
- USA verlangen Freigabe der Dieselreserven in Berlin und Paris
- Bei Ablehnung droht ein US-Exportstopp für Diesel
- EU wägt Preissenkung gegen nötige Dieselreserven ab
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Die Spannungen zwischen Washington und Europa in der Energiepolitik spitzen sich zu. Wie Reuters unter Berfung auf informierte Kreise am Freitag meldet, hat die US-Regierung Deutschland und
Frankreich aufgefordert, ihre strategischen Diesel-Reserven abzubauen, um die weltweit steigenden Kraftstoffpreise zu dämpfen. Komme man dieser Forderung nicht nach, stehe ein möglicher
US-Exportstopp für Diesel im Raum.
Die Berichte setzten die Ölpreise unter Druck. Am Freitagmorgen verbilligte sich die Future-Kontrakte der Sorte Brent um 3 Prozent auf 99,19 US-Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI verlor sogar 3,6
Prozent auf 89,47 US-Dollar.
Hintergrund ist offenbar die Absicht von Präsident Donald Trump, vor den Kongresswahlen im November die heimischen Spritpreise zu senken. Das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen den USA und
Europa, belastet durch Zollstreitigkeiten und Differenzen über Verteidigungsausgaben, gerät damit zusätzlich unter Druck.
Für Brüssel ergibt sich daraus ein Zielkonflikt: Einerseits sollen die Preise im eigenen Markt sinken, andererseits möchte man angesichts einer möglichen Verschärfung der Lage durch den Konflikt zwischen den USA und Iran ausreichend Reserven vorhalten. Die EU-Energietaskforce, bestehend aus der Europäischen Kommission und den 27 Mitgliedstaaten, berät am Freitagvormittag über die Situation. Bereits am Donnerstag hatten die Kommission sowie Vertreter Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Großbritanniens und Irlands das Thema in einer Schaltkonferenz besprochen.
Laut einer Quelle aus einer europäischen Hauptstadt fordern die USA die Freigabe von 120 Millionen Barrel Diesel innerhalb der kommenden sechs Monate. Die Internationale Energieagentur habe Deutschland bislang jedoch nicht offiziell um eine Freigabe gebeten, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

