Mega-Deal mit China
7,8-Milliarden-Wette: Novartis greift nach diesem China-Hoffnungsträger
Novartis sichert sich für bis zu 7,8 Milliarden US-Dollar Rechte an Abogens mRNA-Wirkstoff ABO2203 gegen Autoimmunerkrankungen.
- Novartis zahlt bis zu 7,8 Milliarden Dollar für ABO2203
- ABO2203 soll krankhafte B-Zellen gezielt zerstören
- Frühe Daten zeigen Wirkung bei wenigen Patienten
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Novartis setzt erneut Milliarden auf die nächste Generation von Medikamenten. Der Schweizer Pharmakonzern sichert sich vom chinesischen Biotech-Unternehmen Abogen Biosciences die weltweiten Rechte am experimentellen Wirkstoff ABO2203. Insgesamt könnte der Deal einen Wert von rund 7,8 Milliarden US-Dollar erreichen. Davon fließen zunächst 575 Millionen US-Dollar an Abogen. Weitere bis zu 7,2 Milliarden US-Dollar hängen von Entwicklungs-, Zulassungs- und kommerziellen Meilensteinen sowie der Ausübung weiterer Optionen ab. Zusätzlich kann Abogen Lizenzgebühren auf spätere Produktumsätze erhalten. Novartis erhält außerdem exklusive Optionen auf weitere Wirkstoffe aus der RNA-Plattform des chinesischen Unternehmens.
Im Mittelpunkt steht ABO2203. Dabei handelt es sich um einen mittels mRNA erzeugten sogenannten CD19×CD3-T-Zell-Engager. Nach der Injektion sollen körpereigene Zellen den Wirkstoff selbst herstellen. Dieser bringt T-Zellen mit CD19-tragenden B-Zellen zusammen, sodass die B-Zellen zerstört werden. Gerade bei Autoimmunerkrankungen wie Lupus spielen fehlgeleitete B-Zellen eine entscheidende Rolle. Der Ansatz könnte einen wichtigen Vorteil bieten: Anders als bei aufwendigen CAR-T-Zelltherapien könnte ABO2203 als subkutane Injektion eingesetzt werden. Zudem soll die langsamere Produktion des Wirkstoffs im Körper potenziell das Risiko eines gefährlichen Zytokinfreisetzungssyndroms reduzieren. In einer kleinen Studie mit drei Patienten mit Immunthrombozytopenie wurden B-Zellen rasch und vollständig reduziert, ohne dass ein Zytokinfreisetzungssyndrom beobachtet wurde.
Auch erste Daten bei B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphomen liefern Hinweise auf Wirksamkeit. Von sieben auswertbaren Patienten sprachen drei auf die Behandlung an, zwei erreichten sogar eine vollständige metabolische Remission. Allerdings ist die Datenbasis noch extrem klein und der Wirkstoff befindet sich weiterhin in einer frühen Entwicklungsphase. Für Novartis ist der Deal damit eine Milliardenwette auf zwei derzeit besonders begehrte Bereiche der Medikamentenentwicklung: die gezielte Eliminierung krankmachender B-Zellen und RNA-basierte Therapien. Zugleich zeigt die Transaktion, wie wichtig chinesische Biotech-Unternehmen inzwischen als Innovationsquelle für westliche Pharmakonzerne geworden sind.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
Die Novartis Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,73 % und einem Kurs von 126,6EUR auf Lang & Schwarz (02. Oktober 2026, 13:13 Uhr) gehandelt.

