US-Jobmotor stottert
US-Arbeitsmarkt schwächelt massiv – Zinspause der Fed rückt näher
Der US-Arbeitsmarkt schwächt sich deutlich ab: Nur 29.000 neue Jobs, höhere Arbeitslosigkeit und geringerer Lohndruck sprechen gegen weitere schnelle Fed-Schritte.
- US-Arbeitsmarkt schafft nur 29.000 neue Stellen
- Arbeitslosenquote steigt, Lohndruck lässt nach
- Schwache Daten sprechen für eine Fed-Zinspause
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Der US-Arbeitsmarkt kühlt deutlich stärker ab als erwartet. Im September entstanden außerhalb der Landwirtschaft lediglich 29.000 neue Stellen. Ökonomen hatten im Schnitt mit rund 90.000 zusätzlichen Jobs gerechnet. Gleichzeitig wurde der zunächst überraschend starke Stellenaufbau im August deutlich nach unten korrigiert: Statt 162.000 kamen nach neuer Berechnung nur noch 133.000 Stellen hinzu. Auch die Arbeitslosenquote sendet ein schwächeres Signal. Sie stieg von 4,1 auf 4,2 Prozent und lag damit ebenfalls über der Markterwartung von 4,1 Prozent. Die Erwerbsquote zog dagegen auf 61,8 Prozent an. Das deutet darauf hin, dass mehr Menschen wieder auf den Arbeitsmarkt drängen, ohne dass die Unternehmen im gleichen Tempo neue Stellen schaffen.
Auch der Privatsektor enttäuschte. Dort entstanden lediglich 46.000 Stellen, nachdem Ökonomen mit rund 80.000 gerechnet hatten. Beim Staat gingen dagegen 17.000 Arbeitsplätze verloren. Damit zeigt sich, dass der schwache Gesamtwert nicht allein auf einzelne Sondereffekte zurückzuführen ist. Entspannung liefert dagegen die Lohnentwicklung. Die durchschnittlichen Stundenlöhne lagen im September nur noch 3,0 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im August hatte das Plus noch 3,1 Prozent betragen. Damit lässt der Lohndruck weiter nach – ein wichtiges Signal für die US-Notenbank, die neben dem Arbeitsmarkt vor allem auf die Inflationsentwicklung blickt.
Der schwache September-Bericht steht damit im deutlichen Gegensatz zu einigen Vorlaufindikatoren. ADP hatte für den Privatsektor noch einen Stellenaufbau von 90.000 gemeldet. Gleichzeitig waren die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zuletzt auf nur 197.000 gefallen. Die offiziellen Zahlen zeigen nun jedoch, dass sich die Einstellungsdynamik deutlich stärker abschwächt als erwartet.
Für die Federal Reserve wird der Bericht besonders relevant. Die Notenbank hatte den Leitzins im September erstmals seit drei Jahren um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Vor dem Arbeitsmarktbericht hatte der Markt die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung im Oktober bereits deutlich reduziert. Die neuen Zahlen liefern den Befürwortern einer Zinspause nun zusätzliche Argumente.
Für die Börse ist das zunächst eine zweischneidige Nachricht. Einerseits sprechen schwächere Beschäftigungs- und Lohndaten gegen weitere schnelle Zinserhöhungen und könnten damit den zuletzt stark belasteten Anleihemarkt entlasten. Andererseits wirft ein Stellenaufbau von nur 29.000 neue Fragen zur konjunkturellen Dynamik auf. Die entscheidende Frage für Anleger lautet nun, ob der September nur ein schwacher Ausreißer war – oder ob der lange robuste US-Arbeitsmarkt tatsächlich in eine deutlichere Abkühlungsphase eintritt. Der Bericht verschiebt das Bild jedenfalls klar: Statt eines weiterhin überraschend starken Arbeitsmarktes zeigt sich nun ein Umfeld aus schwacher Neueinstellung, steigender Arbeitslosigkeit und nachlassendem Lohndruck. Für die Fed dürfte damit der Druck sinken, bereits Ende Oktober erneut an der Zinsschraube zu drehen.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
Die Währung EUR/USD wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,03 % und einem Kurs von 1,124USD auf Forex (02. Oktober 2026, 14:44 Uhr) gehandelt.

