Gold: Das große Finale naht
Goldpreis-Prognose: Kommt es jetzt zum finalen Abverkauf bei Gold?
Die Handelswoche endete mit einer herben Enttäuschung für Gold. Die nach dem US-Arbeitsmarktbericht zu beobachtende Erholung wurde abverkauft. Der Goldpreis taumelte ins Wochenende. Das lässt nichts Gutes erwarten.
- Gold scheitert an 4.200 US-Dollar, Abverkauf droht
- Unter 3.950 US-Dollar droht Rückfall bis 3.500
- Zentralbankkäufe und Gold-ETFs stützen den Preis
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Goldpreis unter Druck: Nun droht der Abverkauf
Es hätte ein hoffnungsvoller Wochenschluss für Gold werden sollen, doch die Woche endete im Desaster. Der eminent wichtige US-Arbeitsmarktbericht für September fiel schwächer aus als erwartet und drängte somit die Zinssorgen zurück. Die Renditen der US-Staatsanleihen reagierten sofort. So rutschten beispielsweise die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen kurzzeitig unter die Marke von 5,2 Prozent. Gold und Silber, aber auch Aktienmärkte wie DAX und Dow Jones Industrial, atmeten auf.
Zu diesem Zeitpunkt lief der Goldpreis den eminent wichtigen Preisbereich von 4.200 US-Dollar an. Ein Wochenschluss oberhalb dieses Niveaus hätte die Lage zumindest entspannt. Doch wieder anziehende Ölpreise beendeten die Golderholung abrupt. Seit Tagen rennt Gold vergeblich gegen die 4.200 US-Dollar an. Das Risiko, dass der Preis nach unten dreht, steigt und damit steigt auch die Gefahr eines Abverkaufs.
Goldpreis-Prognose: Wie tief kann es jetzt gehen?
Am Freitag scheiterte der Goldpreis einmal mehr am Widerstandsbereich von 4.200 US-Dollar. Druck kam vom Anleihemarkt. Brent-Öl kämpfte sich über die 100 US-Dollar zurück. Zudem ging der Spread zwischen WTI-Öl und Brent weiter auf und liegt nunmehr wieder im zweistelligen Bereich. Die Verunsicherung am Ölmarkt ist groß. Die Ölpreisentwicklung schürte Inflations- und Zinsängste, die sich wiederum im späten Freitagshandel in steigenden Anleiherenditen niederschlugen und so die Erholung des Goldpreises abwürgten. Die Vehemenz des Rücksetzers lässt für die kommenden Tage einen Test der zentralen Unterstützungszone 4.000 US-Dollar / 3.950 US-Dollar erwarten. Und dann wird es sich entscheiden, ob es noch einmal zu einem (finalen) Abverkauf kommt oder eben nicht.
Gold: Das spricht für einen Abverkauf
Solange das Niveau der Anleiherenditen so hoch ist, ist die Lage für Gold prekär. Hinzu kommt die technische Schwäche des Edelmetalls. Eine (finale) Marktbereinigung scheint vor diesem Hintergrund unausweichlich zu sein. Zu dieser könnte es kommen, sollte Gold unter die 3.950 US-Dollar rutschen. Der obere Chart verdeutlicht die immense Relevanz dieser Unterstützung. Geht es für Gold darunter, könnten die 3.500 US-Dollar angelaufen werden. Im Bereich von 3.650 US-Dollar befindet sich noch eine untergeordnete Unterstützung.
Mit einem möglichen Rücksetzer unter die 4.000 US-Dollar beschäftigt sich auch die Bank of America. Gleichzeitig hält sie aber an ihrem übergeordneten Preisziel von 5.000 US-Dollar fest.
Goldpreis: Das spricht gegen einen Abverkauf
Es gibt aber auch Gründe, die gegen einen knackigen Abverkauf bei Gold sprechen. Vor allem die anhaltenden Kaufaktivitäten der Zentralbanken und der physisch besicherten Gold-ETFs begrenzen das Abwärtspotenzial. Um die Befindlichkeiten im Gold-Sektor zu erfassen, blicken wir an dieser Stelle immer wieder auf die Bestandsentwicklung der SPDR Gold Shares. Die Bestände erholten sich zuletzt wieder. Investoren greifen mittlerweile beherzt zu und erkennen offenkundig in den jüngsten Preisrücksetzern Kaufgelegenheiten.
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Fazit: Nur die Ruhe – egal, was kommt
Die unmittelbare Fortsetzung der Aufwärtsbewegung in Richtung 4.800 US-Dollar ist als mögliches Szenario unverändert im Rennen. Hierzu muss Gold die 3.950 US-Dollar verteidigen und Akzente auf der Oberseite setzen, indem es die Preisbereiche um 4.200 US-Dollar und 4.500 US-Dollar aufbricht.
Ein Rücksetzer unter die 3.950 US-Dollar könnte noch einmal für Abwärtsdynamik in Richtung 3.500 US-Dollar sorgen. Ein solches Szenario würde jedoch antizyklische Kaufgelegenheiten eröffnen, wie man sie womöglich auf Jahre hinaus nicht mehr bekommen wird.
Auch der Goldminensektor ist in Bewegung. Das Übernahmefieber grassiert. Zudem bieten sich abseits von Barrick Mining, Newmont Corp, Kinross Gold oder Agnico Eagle Mines spannende Kaufgelegenheiten, wie etwa der Gold-Silber-Kupferproduzent Coeur Mining.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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